Tödliche Krachmacher

Laubsauger und Laubbläser schaden Umwelt und Gesundheit und stören den Naturhaushalt.

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Laubbläser sind extrem laut und schaden Mensch und Umwelt.

Der Herbst zieht ins Land und taucht die Blätter der Bäume in bunte Farben. Mit dem Herbst fällt aber auch wieder Laub an, dem immer öfter mit lärmender technischer Hilfe begegnet wird. Laubbläser und Laubsauger schaden Menschen, Tieren und Pflanzen.

Laut wie ein Presslufthammer

Die Geräte sind mit einem Schallpegel von über 100 Dezibel etwa so laut wie ein Presslufthammer. Dadurch werden die Nachbarn belästigt und die Gesundheit der Benutzer geschädigt. Schon ein Lärmpegel von 85 Dezibel kann bei Dauerbelastungen zu Hörschäden führen. Lärm ist aber auch schlecht für die Artenvielfalt.

Luftverpester schädigen das Bodenleben

Benzinbetriebene Geräte stoßen außerdem jede Menge gesundheitsschädlicher Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus und verpesten die Luft. Auch die Bodenbiologie wird durch Laubsauger gravierend beeinträchtigt. Mit den Blättern werden Spinnen, Insekten, Würmer und für die Bodengesundheit wichtige Kleintiere vernichtet. Außerdem zerstören die stinkenden Krachmacher Pflanzensamen. 

Stark wie ein Orkan

Die Geräte blasen die Luft laut Prospekt eines Herstellers mit bis zu 97 Metern pro Sekunde auf den Boden. Das sind umgerechnet 350 Kilometer pro Stunde, was als Orkan ganze Häuser verschieben würde. Das eliminiert nicht nur Lebewesen und ruiniert Autolacke und andere Anstriche. Es wirbelt unerwünschte Pollen, Pilzsporen und Straßenkot auf. Auch der vom Abrieb der Reifen und Bremsen stammende Feinstaub sowie Dieselruß, der sich bereits am Boden abgesetzt hatte, wird erneut aufgewirbelt, so dass er eingeatmet werden kann.

Sechs- bis zehnmal mehr Feinstaub als ein Besen

Eine Studie der Technischen Universität Graz zeigt, dass beim Einsatz eines Laubbläsers auf Wegen oder Straßen sechs- bis zehnmal so viel Feinstaub aufgewirbelt wird wie beim Einsatz eines Besens. Diese aufgewirbelten Feinstäube verschlechtern die Qualität speziell der ohnehin schon belasteten Stadtluft zusätzlich zu den bereits bestehenden Belastungen. Es wird aber auch die Humus- und Nährstoffbildung behindert und die am Boden lebenden Kleintiere verlieren Nahrung und Lebensraum. Durch den Verlust der wichtigen Deckschicht ist der Boden vermehrt Austrocknung, Erosion und Kälte ausgesetzt. 

Am besten ganz auf Laubsauger verzichten

Die besten Laubsammler sind traditionelle Gartengeräte wie Besen, Rechen und Harke. Wer gar nicht ohne technische Hilfe auskommt, kann auf Strom umsteigen. Elektrische Modelle sind zumindest leiser und produzieren weniger Abgase. Wer auf die motorisierte Unterstützung im Herbst nicht verzichten möchte, sollte zumindest Laubbläser verwenden. Sie helfen dabei, das Laub zu kompakten Haufen zusammenzutreiben. Lässt man diese an Hecken und in Nischen liegen, finden Igel & Co. optimale Winterquartiere.