Tödliche Gefahr für Kleintiere

Mähroboter sollen uns das Leben vereinfachen und die Gartenarbeit erleichtern. Für Kleintiere sind sie eine tödliche Gefahr.

Rasenroboter

Rasenroboter sind zwar bequem, sie gefährden aber Kleintiere im Garten und schaden der Artenvielfalt.

Mähroboter sind auf dem Vormarsch. Die selbstfahrenden Geräte übernehmen wie eine Waschmaschine oder ein Geschirrspüler die Hausarbeit. Sie sollen uns das Leben leichter machen. Doch die rollenden Rasenmäher sind speziell in der Nacht eine Gefahr für Insekten, Igel und Maulwürfe.

Ein "englischer" Rasen braucht viel Pflege

Da im Sommer einmal in der Woche gemäht werden sollte, kostet die Rasenpflege Zeit. Schöne Sommertage möchte man aber am liebsten im gemachten Garten genießen. Mähroboter nehmen uns die Arbeit ab. Sie mulchen gleichzeitig, in dem sie das Gras so fein zerkleinern, dass keine Schnittreste am Rasen liegen bleiben. Die Reste werden durch das Bodenleben zersetzt und düngen damit den Boden. Der Rasen wird dichter und bleibt frei von unerwünschtem Moos.

Igel sind besonders betroffen

Manche Igel leben gefährlich. Selbst im geschützten Bereich eines Gartens sind sie nicht mehr sicher. Mähroboter lassen kleinen Säugetieren, aber auch Insekten, Amphibien und Spinnentieren keine Chance. Die Sensoren der Geräte reagieren zwar bei größeren Hindernissen. Einen am Boden kauernden Igel überrollen sie aber. Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet.

Igel

Igel sind besonders betroffen durch Verletzungen durch Rasenroboter.

Die Sense im tierischen "Wohnzimmer"

Verschärft wird die Situation dadurch, dass viele dieser Rasenroboter nachts arbeiten, also zu der Zeit, wo auch viele Tiere aktiv sind. Noch gefährlicher können Freischneider und Fadenmäher sein. Mit den motorisierten Sensen werden Rasenkanten und das Grün unter Büschen und Hecken geschnitten, also genau jene Stellen, wo sich Kleintiere tagsüber verstecken.

Kahlschlag für die Artenvielfalt

Tödlich endet die Begegnung mit einem Mähroboter aber auch für Amphibien wie Frösche oder Kröten sowie für viele Insekten. Das ständige Mähen entzieht außerdem vielen Tieren die Nahrungsgrundlage. Kahl geschorene Rasenteppiche ohne blühende Blumen sind für die Artenvielfalt uninteressant. Für Igel bedeutet das, auf der Suche nach Nahrung längere und gefährlichere Wege zurücklegen zu müssen.

Mut zur Wildnis

Weniger Mähen und mehr wilde Ecken im Garten sind nicht nur weniger arbeitsintensiv. Sie bieten auch Pflanzen und Tieren mehr Lebensraum und fördern den Artenreichtum. Heimische Wildblumen-Arten wie Salbei, Malven, Akelei, Kartäusernelke, Majoran, Johanneskraut oder Skabiosen sind ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt im eigenen Garten. Gleichzeitig stellen sie für die Insektenfauna eine ideale Nahrungsgrundlage dar. Tipps zum naturnahen Garten gibt die Initiative "Natur im Garten".