Tag des Waldes

Am 21. März soll auf die Bedeutung der Wälder aufmerksam gemacht werden.

Wald mit Sonnenstrahlen

Am 21. März soll auf die Bedeutung der Wälder aufmerksam gemacht werden.

Anfang der 1970er Jahre rief die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, den Internationen Tag des Waldes aus, um angesichts des Todes der Bäume durch den sauren Regen ein Zeichen gegen die globale Entwaldung zu setzen.

Der Wald – das unbekannte Wesen

Leider sind die Funktionen des Waldes heute vielen nicht bewusst oder werden als unentgeltliche Selbstverständlichkeit wahrgenommen und daher kaum wertgeschätzt. Der Wald erbringt viel mehr Leistungen, als über die Holzproduktion ökonomisch bewertet werden kann.

Das leistet die Natur für uns

Der Begriff Ökosystemleistungen entstand Anfang der 2000er Jahre. Man bezeichnet damit Dienstleistungen der Natur für den Menschen, die er durch die Lebensräume und Lebewesen wie Tiere und Pflanzen bezieht. Ökosystemleistungen schaffen die Basis für grundlegende Bedürfnisse des Menschen, wie beispielsweise den Zugang zu Wasser und Nahrung. Als wesentlicher Grundstein der Ökosystemleistungen gilt die Biodiversität mit all ihren Ebenen.

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Wälder stellen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen zur Verfügung. So sind sie etwa für den Wasserhaushalt wichtig.

Das tut der Wald für uns

In Zeiten des Klimawandels hat der Klimaschutzbeitrag des Waldes durch die Speicherung von Kohlenstoff eine enorm wichtige Rolle. Holz besteht zu rund der Hälfte aus Kohlenstoff, der aus der Atmosphäre stammt. Österreichs Wälder speichern auf einer Fläche von vier Millionen Hektar (das sind rund 48 Prozent der Landesfläche) etwa 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff in der Biomasse und im Boden. Der wird zwar durch die Zersetzungsarbeit von Mikroorganismen teilweise wieder freigesetzt, in langlebigen Holzprodukten bleibt er allerdings gespeichert.

Artenvielfalt

Ein artenreicher Wald mit einer Vielfalt an Bodenlebewesen fördert die langfristige Bindung des Kohlenstoffs im Waldboden. Der Wald ist Lebensraum für rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten und damit ein wichtiger Beitrag für die Sicherung der Artenvielfalt.

Sauerstoff

Wald produziert aber auch Sauerstoff, filtert und kühlt die Luft und wirkt gegen Erosion und Bodenverlust. Laubwälder produzieren jedes Jahr 15 Tonnen Sauerstoff pro Hektar, Nadelwälder kommen sogar auf 30 Tonnen. Eine etwa 150 Jahre alte Buche gibt täglich 11.000 Liter Sauerstoff ab. Davon kann ein Erwachsener mehr als 13 Jahre lang atmen.

Eberesche mit Blättern und Früchten

Die Eberesche wurde zum "Baum des Jahres 2023" gewählt.

Wasser

Auch für den Wasserhaushalt sind Wälder wichtig. Sie filtern das Niederschlagswasser und stellen so sauberes Grundwasser zur Verfügung. Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter Wasser. Durch die Verdunstung über das Laub beeinflussen sie das lokale und regionale Klima positiv. Wälder schützen aber auch vor Hochwässern und Lawinen.

Wirtschaftlicher Nutzen

Dazu kommen der wirtschaftliche Nutzen des Waldes durch Rohstofflieferung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum, die Funktion als Erholungsraum und damit auch die touristische Wertschöpfung.

Baum des Jahres

Das Kuratorium Wald kürt jährlich in Zusammenarbeit mit dem Forstwirtschaftsministerium eine Baumart zum „Baum des Jahres“. Diese Aktion soll über wichtige oder gefährdete Baumarten und den Wald in seiner ökologischen und ökonomischen Bedeutung informieren. 2023 wurde die Eberesche zum „Baum des Jahres“ ernannt.