Strom von der grünen Wiese

BirdLife Österreich veröffentlicht einen Handlungsleitfaden für naturverträgliche PV-Freiflächenanlagen.

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BirdLife Österreich fordert ökologische Kriterien für den Ausbau der Photovoltaik auf der grünen Wiese.

Elf Terawattstunden Sonnenstrom sollen bis 2030 durch Photovoltaik produziert werden. Dieser Strom wird nicht nur von Dächern in das Stromnetz fließen, sondern auch auf Freiflächen wie Äcker und Wiesen geerntet. Ein Handlungsleitfaden der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich zeigt, wie das naturverträglich erfolgen kann.

Die Fläche der Stadt Salzburg soll Ökostrom liefern

Für das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung werden 63 Quadratkilometer benötigt, das entspricht etwa der Fläche der Stadt Salzburg. Der Handlungsleitfaden richtet sich vor allem an Behörden und Planer, die für Planung, Genehmigung und Errichtung von naturverträglichen PV-Anlagen zuständig sind. Der Leitfaden bietet Kriterien für die Standortsteuerung und für die Errichtung und den Betrieb solcher Anlagen.

Keine ungeordnete Verbauung von Kulturland

Für BirdLife ist die Erstellung von Zonierungsplänen wesentlich. Eine ungeordnete Verbauung des Kulturlandes mit Solarmodulen würde nicht nur den enormen Flächenverbrauch in Österreich weiter verschärfen, sondern auch viele Vogelarten noch stärker unter Druck setzen. Es sollen Ausschluss-, Vorbehalts- und Eignungszonen ausgewiesen werden, denen nicht nur wirtschaftliche und raumplanerische, sondern auch ökologische Bewertungen zugrunde liegen. Vorrangig sollen unproblematische Flächen ans Netz gehen wie Gewerbegebiete, Parkplätze, Autobahnauf- und -abfahrten ebenso wie Deponien und Nahbereiche bestehender Windparks.

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So könnte für BirdLife eine ökologisch verträgliche Planung für eine Freiflächenanlage aussehen.

Freiflächenanlagen nach ökologischen Kriterien

Ebenso gefordert werden Mindestabstände zu Landschaftselementen wie Hecken und Bächen. Werden bei der Standortwahl von Freiflächenanlagen auch ökologische Kriterien berücksichtigt, wird das Konfliktpotential zwischen Naturschutz und Energiewirtschaft entschärft. Können bei einem Standort negative Auswirkungen für sensible Arten und Biotope ausgeschlossen werden, beginnt die Planung der Anlage im Rahmen eines ökologischen Gesamtkonzepts.

Artenvielfalt und Photovoltaik widersprechen sich nicht

Zusätzliche Maßnahmen wie eine späte Mahd der Wiesenflächen, die Anlage von Brachen oder der Erhalt heimischer Gehölze und Sträucher dienen dem Erhalt der Artenvielfalt und führen dazu, dass Photovoltaikflächen eine Bedeutung als Brut- und Nahrungsfläche für Vögel erlangen können. Der Handlungsleitfaden wurde im Rahmen eines vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie geförderten Projekts erstellt.