Spuren in der Natur

Wenn der Winter seine weiße Hülle über die Landschaft legt, zeugen Spuren im Schnee von Reh, Hase und Fuchs. Doch nicht nur sie sind ein Hinweis auf das Vorkommen von Tieren.

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Früher war das richtige Lesen von Tierspuren für den Menschen mitunter lebensnotwendig, um seine Beute aufspüren zu können. Heute holen sich Biologen und Naturfreunde noch immer wichtige Informationen aus den tierischen Hinterlassenschaften. Bei scheuen Arten wie etwa dem Luchs oder dem Fischotter sind Trittsiegel am Boden oft die einzige Möglichkeit, die Anwesenheit der Art nachzuweisen.

Spuren sind Hinweise auf bestimmte Arten

Unter einem Trittsiegel versteht man einen einzelnen Pfoten- oder Hufabdruck, der für jede Tierart typisch ist. Eine Abfolge von Trittsiegeln nennt man Spur oder bei jagdbarem Wild auch Fährte. Spuren und Fährten unterscheiden sich durch den Abstand zwischen den einzelnen Tritten. Neben dem Trittabstand ist auch der sogenannte Schrank ein wichtiges Merkmal. Damit wird der Zwischenraum zwischen linken und rechten Tritten bezeichnet. Auch aus der Anordnung der Trittsiegel zueinander lassen sich wichtige Informationen gewinnen.

Entscheidend für ein gut lesbares Trittsiegel  ist der Untergrund

Geübte Fährtenleser bekommen dadurch Informationen zu Alter und Geschlecht des Tieres. Auch über die Geschwindigkeit, mit der das Tier unterwegs war, erlauben Spuren eine Aussage. Bei vielen Vögeln lässt sich anhand der Trittsiegel die Art unterscheiden. Oft sind dabei die Zahl und die Länge der Zehen oder auch das Vorhandensein von Schwimmhäuten von Bedeutung. Fester Sand oder Schlamm geben die Spur sehr genau wieder, bei hartem oder lockerem Boden bleibt nur wenig davon übrig. Spuren im Schnee können tagsüber auftauen und über Nacht wieder zufrieren. Die Spur wird dadurch immer größer.

Doch nicht nur Fußspuren weisen auf die Aktivität von Tieren hin

Fraßspuren und Überreste von Mahlzeiten sind Zeugen des tierischen Lebens im Naturland. Vögel hinterlassen oft zernagte Zapfen von Nadelbäumen, Blattreste oder geöffnete Nüsse und Früchte. Die Form der charakteristischen Baumhöhlen erlaubt Rückschlüsse auf die Spechtpopulation. Besonders eindrücklich sind die typischen sanduhrförmigen Fraßspuren, die auf den in unsere Auen zurückgekehrten Biber hinweisen. Mit etwas Glück bekommt man aber auch die Reste der Mahlzeiten von Raubtieren zu Gesicht. Die gerupften Federn einer Taube oder die blank genagten Knochen von Kleinsäugern sind ein Indiz für die vielen kleinen Dramen in der Natur.

Die Spur führt nach Hause

Besonders für Kinder ist es ein unvergessliches Erlebnis, Tierspuren in der Natur mit nach Hause zu nehmen. Gips, Wasser und ein Kartonstreifen machen es möglich. Aus einem schmalen Kartonstreifen und einer Büroklammer wird ein Ring geformt, der um die Spur in den Boden gedrückt wird. Der Gips wird mit Wasser angerührt und in die Spur gegossen. Nach dem Aushärten erhält mein ein Negativ der Spur.

Spuren lesen im Naturland NÖ

Für den Einsatz in der Natur eignen sich auch vorgefertigte Schablonen von Trittsiegeln, mit denen eine Bestimmung von Spuren kinderleicht ist. Es werden aber auch Bestimmungsbücher für Tierspuren angeboten, die eine zuverlässige Bestimmung erlauben. Mit der Plattform naturbeobachtung.at leistet der Naturschutzbund Österreich einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Artenvielfalt. Hier können Tier- und Pflanzenbeobachtungen gemeldet und Hilfe von Experten eingeholt werden. Mit einer neuen App lassen sich die Meldungen gleich direkt vom Fundort verschicken. Für Pädagogen und Pädagoginnen bietet das österreichische Schulportal schule.at interessante Schulmaterialien und Informationen zum Thema Tierspuren.

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