Spuren des Klimawandels im Wasser

In Lunz wird seit 1905 im See geforscht. Die ehemalige biologische Station gilt als Wiege der Süßwasserökologie.

Forscher im Lunzer Seebach

Der WasserCluster forscht auch im Winter an den ökologischen Zusammenhängen in Gewässern.

(09.02.2021/ MF) Seit 14 Jahren betreiben die Universität Wien, die Donau-Universität Krems und die Universität für Bodenkultur Wien den WasserCluster Lunz. Die ForscherInnen beschäftigen sich auch intensiv mit den Auswirkungen der Klimawandels.

Kein Eis mehr am See

Der Lunzer See wird seit 1980 merkbar wärmer. So lautet die Kernaussage der Forschungen des WasserClusters rund um den wissenschaftlichen Leiter Martin Kainz. Bis vor 100 Jahren war der See ein Drittel des Jahres zu gefroren. Heute gibt es eine geschlossene Eisdecke nur mehr selten. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf die im See und im Seebach lebenden Organismen.

Fischbestand verändert sich grundlegend

In den letzten Jahren hat sich die Fischgemeinschaft im Lunzer See enorm verändert. Früher war er bekannt als Salmonidengewässer mit einem breiten Artenspektrum von Forellenartigen. Die Forellen und die Saiblinge sind weitgehend verschwunden. Dafür haben Hechte, Barsche, Rotaugen und Rotfedern den See erobert. Die neuen Fischarten verändern durch ihr Fressverhalten die Pflanzenbestände und beeinflussen langfristig auch den Nährstoffhaushalt.

Gewässer als Spiegel der Umweltsituation

Erforscht wird im WasserCluster Lunz auch die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels. Dabei wird das Wasser in den Bächen rund um den See genau unter die Lupe genommen. Damit lässt sich etwa auch der extreme Borkenkäferbefall der letzten Jahre nachweisen. Diesen erkennt man daran, dass mehr organisches Material in die Bäche eingetragen wird, das von den Mikroorganismen zersetzt wird. Dadurch verändert sich die Artenzusammensetzung der winzig kleinen Lebewesen im Wasser. Das, was in den Zubringergewässern passiert, hat wiederum direkte Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt im See.