Sichere Almen

Nach dem Wirbel um das Urteil über einen Kuh-Unfall setzt der Alpenverein auf Eigenverantwortung beim Umgang mit Weidevieh.

Braunvieh auf der Alm

Die Begegnung mit Rindern auf der Alm ist bei richtigem Verhalten eine friedliche Angelegenheit.

Almlandschaften sind ein begehrtes Ziel für Wanderer. Sie sind aber auch Lebensraum für Weidevieh und Arbeitsplatz für die Landwirtschaft in Bergregionen. Nach der Bestätigung der Teilschuld eines Landwirtes an einem tödlichen Unfall mit einer Wanderin im Jahr 2014 herrscht Verunsicherung. Der Österreichische Alpenverein setzt mit der Initiative „Sichere Almen“ auf Eigenverantwortung und ein sicheres Miteinander auf den Weiden und Almen.

Almen sind kein Streichelzoo

Almen spielen in landwirtschaftlicher, touristischer und ökologischer Hinsicht eine bedeutende Rolle. Für ein konfliktfreies Miteinander müssen jedoch Regeln respektiert und Rücksicht aufeinander genommen werden. Abhängig von der Höhenlage und dem Wetter sind Almen von etwa Mai bis September Lebensraum für Weidevieh. Bei Begegnungen sind einige Empfehlungen zu beachten, speziell wenn man mit Hunden unterwegs ist.

Hund auf Alm

Bei Bergwanderungen mit Hunden ist bei der Begegnung mit Almvieh besondere Vorsicht geboten.

Unterwegs mit einem Hund

Hunde werden von Rindern als potenzielle Feinde wahrgenommen. Vor allem Mutterkühe können da schon mal zum Angriff blasen. Vor der Wanderung mit einem Hund sollte geklärt werden, ob man eine Weide durchqueren muss und ob es einen anderen Weg gibt. Hunde sollten immer an der Leine und möglichst in der Mitte der Gruppe geführt werden. Wichtig ist, dass sich der Hund ruhig verhält und nicht unvermutet zu bellen beginnt. Kommt es dennoch zu einem Angriff der Rinder, den Hund sofort von der Leine lassen. Damit ist der Hund das Ziel des Angriffs und die Gefahr für den Menschen gebannt. Hunde sind in der Regel schnell genug, um dem Angriff eines Rindes zu entgehen. Nehmen Sie nie ihren Hund hoch, um ihn zu verteidigen.

Kühe auf Alm

Nach Wirbel um Kuh-Urteil setzt der Alpenverein auf Eigenverantwortung beim Umgang mit Weidevieh.

Folgende Grundregeln sollten Sie einhalten

  • Verlassen Sie niemals die markierten Wege.
  • Vermeiden Sie beim Queren einer Alm hektische Bewegungen und verhalten Sie sich ruhig.
  • Rinder weichen in der Regel dem Menschen aus. Sie gehen nur zum Angriff über, wenn sie sich in die Enge getrieben oder bedroht fühlen.
  • Gehen Sie an einer Rinderherde immer seitlich vorbei, am besten oberhalb der Herde mit einem Mindestabstand von rund 50 Metern.
  • Ist die Herde unruhig, wählen Sie besser einen Umweg.
  • Im Falle eines Angriffs auf keinen Fall weglaufen. Treten Sie langsam und ohne die Augen von den Tieren abzuwenden den Rückzug an.  
  • Nehmen Sie einen Stock mit, wenn Sie Weiden queren. Drohgebärden mit dem Stock und lautes Rufen können aggressive Tiere zum Umkehren bringen. Schläge und hektische Bewegungen, wie das Wedeln mit den Stöcken und Armen sind allerdings zu vermeiden.
  • Wo Kühe mit ihren Kälbern und vielleicht sogar ein Stier auf der Alm stehen, ist besondere Vorsicht geboten. Kühe werden immer ihre Kälber beschützen und verteidigen. Deshalb den Jungtieren nicht zu nahe kommen oder gar streicheln.

Hinweistafeln beachten

Damit gefährliche Begegnungen vermieden werden können, sind unbedingt die Informationen und Hinweisschilder im Almgelände zu beachten. Die Schilder sollen die Menschen auf den Almen sensibilisieren, dass sich auf den Weiden Almtiere befinden und Vorsicht geboten ist. Es liegt in der Eigenverantwortung der Wanderer, sich respektvoll auf Almen und Weiden zu bewegen.

Aktionsplan „Sichere Almen“

Um Besucher über richtiges Verhalten auf Österreichs Almen und Weiden zu informieren, haben der Österreichische Alpenverein und das Tourismus-Ministerium gemeinsam mit der Wirtschafts- und der Landwirtschaftskammer Österreichs Maßnahmen für ein sicheres Miteinander auf Österreichs Almen und Weiden entwickelt. Diese Informationsoffensive für die Wanderer soll dazu beitragen, dass die Wanderer auf Almgebieten mehr Hintergrundwissen über die Tierhaltung auf den Almen erhalten.