Seite an Seite für die Vielfalt

27 NaturschutzexpertInnen tauschten sich über die speziellen Anforderungen in der Naturschutzarbeit unter dem Einfluss des Klimawandels aus.

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Der Nationalpark Podyji bildet mit dem Nationalpark Thayatal ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet.

Bei einem Treffen im tschechischen Hnanice, wenige Kilometer von Retz entfernt, ging es um die Bildung eines Netzwerks für die Biodiversität über die Grenzen hinaus. In Vorträgen und bei einer Exkursion in den tschechischen Nationalpark Podyjí wurden Ergebnisse und praktische Erfahrungen aus der Trockenheitsresistenzforschung bei Eichen, der Bekämpfung von invasiven Robinien und der Beweidung von Naturschutzflächen mit einer genügsamen Kleinpferderasse vorgestellt.

Großes Thema war die Gründung des Netzwerkes

Die TeilnehmerInnen erarbeiteten ein Konzept für ein langfristig wirksames Netzwerk von NaturschutzakteurInnen in der Grenzregion von Österreich und Tschechien. Die Zielsetzungen reichen von einem einfachen Austausch von Erfahrungen und Methoden bis hin zur leichteren Organisation von grenzüberschreitenden, EU-finanzierten Projekten und zum besseren Auffinden von geeigneten Partnerorganisationen.

Naturschutz in Zeiten des Klimawandels

Zweiter großer Themenbereich war das Naturschutzmanagement unter den Bedingungen des Klimawandels. Peter Zulka vom Umweltbundesamt stellte die Ergebnisse aus einem Projekt vor, in dem erhoben wurde, wie sich das Management an die Gegebenheiten des Klimawandels anpassen muss. Manche Stressfaktoren für Lebensräume wie zum Beispiel Abgase werden sich verringern. Andererseits werden manche Arten verschwinden und neue einwandern, worauf das Management rasch reagieren muss.

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Exmoor-Ponys werden im Tschechischen Nationalpark Podyji zur Beweidung von Trockenstandorten eingesetzt.

Neue Bäume für die Forstwirtschaft

Marcela van Loo berichtete von der Forschung zur Trockenheitsresistenz von Eichen, die sie zusammen mit KollegInnen des Bundesforschungszentrums Wald im Nationalpark Thayatal durchführt. Dabei wird nicht nur die Trockenheitsresistenz mit ausgefeilten Methoden untersucht, sondern auch die Samen dieser Bäume gewonnen und die Sämlinge der Forstwirtschaft zur Verfügung gestellt.

Langwieriger Kampf gegen die Robinie

Robert Stejskal vom Nationalpark Podyjí hat langjährige Erfahrungen mit dem Zurückdrängen der Robinie. Er und seine KollegInnen bringen durch Injektion oder Bestreichen spezielle Pestizide in die Bäume ein, was zum Absterben der Pflanzen führt. Von Vorteil ist der verhältnismäßig geringe Arbeitsaufwand und die Effektivität. Nachteilig ist das Ausbringen von Chemikalien in ein Schutzgebiet mit noch schwer abzuschätzenden Auswirkungen.

Pferde helfen beim Naturschutz

Die von Robinien überwachsenen Flächen und die Weideflächen der Kleinpferde wurden im Rahmen einer Exkursion besucht. Exmoor-Ponys, eine mittelgroße genügsame Ponyrasse aus Südwestengland, wird im Nationalpark zur Beweidung von extensiven Trockenstandorten eingesetzt. Die Tiere sind ganzjährig ohne Zufütterung und ohne künstlich errichteten Unterstand auf der Weide. Ein Teil davon ist bewaldet, hier finden die Exmoor-Ponys Schutz. Einzig die Wasserversorgung wird von einer Betreuerin durchgeführt. Diese sehr einfache Beweidungsform könnte bald Nachahmung finden.

Das Projekt wird vom Nationalpark Thayatal zusammen mit dem Narodní park Podyji und der Energie- und Umweltagentur des Landes organisiert und von der NÖ Regional-GmbH im Rahmen der Förderung aus dem Kleinprojektefonds aus dem Programm INTERREG V-A Österreich – Tschechische Republik abgewickelt.