Sechs junge Rotmilane besendert

Der Schutz seltener Greifvögel im Naturland erfolgt durch ein grenzüberschreitendes Programm.

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Der imposante Rotmilan hat eine Spannweite von bis zu 170 Zentimetern.

(05.09.2021/ MF) Die imposanten Rotmilane mit einer Spannweite von bis zu 170 Zentimetern werden wegen ihres gegabelten Schwanzes auch Gabelweihen genannt. Eine Besenderung soll helfen, diese seltenen Greifvögel vor Verfolgung zu schützen.

Greifvögel werden illegal verfolgt

Auch heuer wurden Rotmilane in Niederösterreich besendert. Sechs Jungvögel aus drei unterschiedlichen Nestern wurden im Rahmen des LIFE-Projekts „EUROKITE“ mit GPS-Sendern versehen. Das grenzüberschreitende Schutzprogramm mit Beteiligung von 12 europäischen Ländern will die durch menschliche Aktivitäten verursachte Sterblichkeit reduzieren. Der Rotmilan brütet ausschließlich in Europa und ist auch durch illegale Verfolgung bedroht. Durch die Besenderung können tote Vögel rasch aufgesucht und die Todesursache ermittelt werden.

Sender geben Aufschluss über Todesursache

Die GPS-Sender sind mit kleinen Solarpanelen ausgestattet, die den Aufenthaltsort der Tiere über Satelliten aufzeichnen und „in Echtzeit“ über das Handynetz senden. Bis 2024 werden zumindest 615 Rotmilane und 80 andere Greifvögel wie etwa Seeadler, Kaiseradler und Schwarzmilane in rund 40 Projektgebieten mit Sendern versehen. Im Todesfall wird der Vogel von lokalen und regionalen Partner gesucht und die Todesursache ermittelt. So liefert EUROKITE ein genaues Bild über die Todesursachen von Rotmilanen und anderen Greifvögeln.

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Mit den solarbetriebenen Sendern sollen Daten zu den Todesursachen der Greifvögel gesammelt werden.

Gemeinsam für unsere Greifvögel

Die zahlreichen Partnerorganisationen zeugen vom großen Interesse der Länder am Greifvogelschutz. Nur durch gute Zusammenarbeit auf breiter Ebene können diese imposanten Tiere erfolgreich erhalten werden. Das im Dezember 2019 angelaufene Projekt wird federführend von der Mitteleuropäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Greifvögel (MEGEG) umgesetzt und unter anderem von der EU und dem Land Niederösterreich kofinanziert.