Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und der Boden

Ein schonender Umgang mit der Ressource Boden wird in den „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen gefordert. Nun wurden die SDGs und ihre Umsetzung im Bodenschutz diskutiert.

Die „Sustainable Development Goals“ (SDGs) wurden 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung beinhalten soziale, ökologische und ökonomische Aspekte und haben die „Transformation unserer Welt“ zum Ziel. Für den Boden haben die SDGs vor allem in den 5 Überzielen „Kein Hunger“, „Gesundheit“, „Nachhaltige Siedlungen“, „Nachhaltiger Konsum“ und „Leben an Land“ Relevanz.

Umsetzung im Bodenschutz

Das vom Umweltbundesamt und der AGES (Österr. Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) organisierte Bodenforum im November 2018 hat sich den SDGs gewidmet. Im von Vertretern aus allen Bundesländern besuchten Forum wurden die SDGs und ihre Umsetzung im Bodenschutz diskutiert.

Georg Gratzer (BOKU) hat in seinem Referat dabei überzeugend dargestellt, wie die SDGs auch in Österreich eine Rolle spielen. In einem Bericht des Rechnungshofes von 2018 wird dargestellt, in welcher Form Österreich seiner Verantwortung bei der Umsetzung der SDGs noch besser gerecht werden kann. Bei einer steigenden Weltbevölkerung stellt sich insbesondere die Frage, wie wir die Ernährungssicherheit für alle Menschen sicherstellen können. DI Gratzer betonte , dass die Bevölkerungs­entwicklung für sich selbst kein treibender Faktor ist, sondern abhängig von Bildung, Wirtschaft und Verteilung sei. Bei einer entsprechenden Berücksichtigung dieser drei Faktoren könnte die Weltbevölkerung stabil bleiben und damit die Ernährung gewährleistet werden.

Strategie für Österreich

Im EU-weiten Vergleich liegt Österreich bei der Umsetzung der SDGs durchaus gut im Rennen, wenngleich der Rechnungshof kritisiert, dass eine Strategie dafür bislang fehlt. Es existieren in Österreich bereits einige Strukturen und integrative Ansätze zur Umsetzung der SDGs, wie etwa die Alpenkonvention. Auf Bundesebene sind das Agrarumweltprogramm ÖPUL und das Österreichische Raumentwicklungskonzept (ÖREK) bedeutsam für die Umsetzung der SDGs in ihrer Bodenrelevanz, wie die Universität für Bodenkultur Wien und das Umweltbundesamt in einer gemeinsamen Studie festgestellt haben (vgl. Huber, Sigbert, Berger; Leonhard, 2018).

Europäisches Bodenbündnis als Instrument

Als mögliche Verbesserungsansätze werden vom Umweltbundesamt u.a. vorgeschlagen, die SDGs in den Bodenschutzgesetzen der Länder zu verankern und die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit zu vertiefen. Ein Instrument der europaweiten Zusammenarbeit der Länder und Gemeinden stellt das Europäische Bodenbündnis dar, bei dem Niederösterreich die meisten Mitgliedsgemeinden stellt.


Die Umsetzung der SDGs in Österreich wird begleitet von der Plattform Watch SDGs
Die Energie- und Umweltagentur NÖ widmet sich den SDGs vor allem im Bereich der Umweltbildung und im Rahmen der Initiative „Wir leben nachhaltig“.

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