Schutzgebietsbetreuung zeigt Wirkung

Schutzgebietsbetreuung, Gemeinden, Naturschutzorganisationen und Freiwillige haben auch im Pandemie-Jahr der Natur geholfen.

Gruppenbild von einem Pflegeeinsatz im Herrngras bei Moosbrunn.

Bei einem Pflegeeinsatz im Herrngras wurden Flächen von Schilf befreit, um seltenen Arten Platz zu machen.

(09.02.2021/ MF) Die Schutzgebietsbetreuung wird in NÖ von der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ gemeinsam mit der Abteilung Naturschutz beim Amt der NÖ Landesregierung organisiert. Der Schwerpunkt der Arbeit in den Landesvierteln liegt auf Europaschutzgebieten, Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern.

Pflege von wertvollen Lebensräumen

Die Aufgaben der Schutzgebietsbetreuung reichen von der Erhaltung der Schutzgebiete als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen über die Umsetzung der Pflege- und Managementpläne bis hin zur Förderung der Akzeptanz und der Bewusstseinsbildung. Auch der Informationsaustausch unter den verschiedenen Nutzergruppen und ein effizienter Einsatz der Mittel sind wichtige Faktoren.

Verschwinden von Naturflächen soll verhindert werden

Die einzelnen Projekte werden von der Schutzgebietsbetreuung in enger Abstimmung mit dem Land koordiniert und von anerkannten NaturschutzexpertInnen umgesetzt. Das Eindringen von Büschen und Bäumen ist speziell auf Trockenstandorten, Wiesenflächen und Heiden mit verantwortlich für das Verschwinden einzigartiger Lebensräume. Bei den Pflegeeinsätzen mit Freiwilligen werden unter der fachkundigen Ableitung von ExpertInnen diese wertvolle Flächen von unliebsamem Bewuchs befreit.

Freilassen von Schafen bei einem Beweidungsprojekt

Schafe sind auch am Rindfleischberg bei Klein-Pöchlarn ein wichtiger Partner bei der Erhaltung wertvoller Naturflächen.

Industrieviertel - Schwerpunkt Feuchte Ebene

Der Fokus der Einsätze im Industrieviertel lag im Europaschutzgebiet Feuchte Ebene - Leithaauen. Dort fanden im vergangenen Jahr 9 Einsätze mit rund 100 Freiwilligen statt. Dazu kamen noch 3 Einsätze in den Hundsheimer Bergen mit etwa 20 TeilnehmerInnen. An der Pflege der Kuhschellenweide in Enzesfeld-Lindabrunn und der Trockenrasenklippe in Matzendorf-Hölles beteiligten sich jeweils 10 Freiwillige.

Weinviertel - 115 Pflegeeinsätze & 13 Weidegebiete

Bei 115 Einsätzen beteiligten sich 2020 im Weinviertel rund 470 Personen an diesen Aktionen. In 13 Gebieten wurde der Naturschutz durch tierische Helfer in Form von Schafen und Ziegen unterstützt. Sie halfen mit, die Flächen für seltene Arten freizuhalten.

Mostviertel - 28 Pflegeeinsätze & 2 Weidegebiete

Im Mostviertel fanden 2020 28 Pflegeeinsätze in teilweise sehr enger Kooperation mit den jeweiligen Gemeinden statt. Dabei konnten mit rund 130 Freiwilligen etwa 17 Hektar Naturschutzflächen gepflegt werden. Auf 2 Hektar waren auch hier Schafe und Rinder beteiligt. Im Waldviertel fanden aufgrund der Einschränkungen durch Corona 2020 keine Pflegeeinsätze statt.

Wichtige Rolle der Gemeinden

Da sich die Fläche der Europaschutzgebiete auf über 400 niederösterreichische Gemeinden erstreckt, sind sie wichtige Partner bei der Betreuung der Schutzgebiete. Gemeinden werden daher laufend in die Arbeit einbezogen. Im Rahmen eines Pilotprojektes der naturschutzakademie.at wurden sechs Bausteine zur Steigerung des Bewusstseins bezüglich der Biodiversität gemeinsam mit Gemeinden umgesetzt.