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Workshop in Bad Vöslau

Am 5. November 2015  trafen sich 28 VertreterInnen von Unternehmen aus dem Industrieviertel, der Wirtschaftskammer NÖ und Naturschutzorganisationen zu einem Workshop mit Betriebsführung bei der Vöslauer Mineralwasser AG.

 Dabei wurde die Bedeutung der Biodiversität als wirtschaftliche Grundlage hervorgehoben und diskutiert, wie Win-Win-Situationen zwischen Ökonomie und Ökologie geschaffen werden können.

Um den Erhalt der biologischen Vielfalt zu sichern, ist ein gemeinsamer Ansatz von Unternehmen und Naturschutz erforderlich. Im Rahmen des Workshops des LIFE+ Projekts „Wirtschaft und Natur“ wurde die Bedeutung von Biodiversität erläutert und die Wechselwirkung von Natur und Wirtschaft verdeutlicht. Biodiversität bildet das Fundament für zahlreiche Wirtschaftssektoren und ist gleichzeitig Grundlage wertvoller, von der Natur „kostenlos“ erbrachter Ökosystemleistungen. Doch Biodiversität geht zunehmend verloren. „Dieser Verlust an Pflanzen und Tieren schwächt die Fähigkeiten der Natur, beeinträchtigt die Nahrungsmittelproduktion sowie die Reinigung von Luft und Wasser und hat Einfluss auf die Wirtschaft. Um die biologische Vielfalt langfristig zu erhalten, sind eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen essenziell“, weiß Mag. Franz Maier, Leiter des Bereichs Natur & Ressourcen in der Energie- und Umweltagentur NÖ.

Biodiversität als Ressource für die Wirtschaft

Im Einführungsvortrag hob Michael Zipperer vom Umweltdachverband die Bedeutung der Biodiversität als Fundament für die niederösterreichische Wirtschaft hervor. Der Einfluss der  Wirtschaft auf Biodiversität und Ökosystemleistungen darf laut Zipperer nicht so groß werden, dass das System aus dem Gleichgewicht gerät und sich die Wirtschaft ihrer eigenen Grundlage beraubt. Um den ökonomischen Erfolg zu sichern, ist es jetzt an der Zeit, aktiv zu werden und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Jasmine Bachmann von der Energie- und Umweltagentur NÖ informierte anschließend über das LIFE+ Projekt „Wirtschaft & Natur NÖ“, dessen Ziel Unterstützung und Motivation von Unternehmen ist. Nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ unterstützt die Energie- und Umweltagentur NÖ Wirtschaftstreibende bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität sowie der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit. Finanziell und inhaltlich unterstützt wird das Projekt von den Abteilungen Naturschutz sowie Wirtschaft, Tourismus und Technologie des Landes NÖ und der Wirtschaftskammer NÖ.

Unternehmen können drei Ansätze wählen, um aktiv zu werden

Im Rahmen des Projekts gibt es mehrere Möglichkeiten zur Kooperation: Ökologische Gestaltung des Betriebsareals, Volunteering – Mitarbeit bei Pflegemaßnahmen in Schutzgebieten, Übernahme von Sponsoring/Patenschaften sowie die Integration der Biodiversität in Nachhaltigkeitskonzepte.

Vöslauer reduziert CO2-Ausstoß um 18 Prozent

Im Zuge der Betriebsführung durch die Produktions- und Betriebsareale von Vöslauer wurden den TeilnehmerInnen interessante Einblicke in Herstellung, Logistik und Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens ermöglicht. Herbert Schlossnikl, Vorstand Produktion und Technik bei Vöslauer, erklärte wie das Unternehmen effizientes Ressourcen-Management und nachhaltiges Engagement umsetzt. Das Ziel - bis zum Jahr 2015 zehn Prozent CO2 einzusparen - sei mit 18 % Reduktion sogar übertroffen worden. Auch bei der geplanten Erweiterung des Standorts werden Aspekte der Biodiversität in das Betriebskonzept integriert. Dr. Verena Kowarc begleitet dieses Bauvorhaben aus naturschutzfachlicher Sicht und berichtete wie Erhalt und Integration bestehender Naturelemente positiv auf Unternehmen und Natur wirken.

Regional aktiv – Zusammenarbeit im Sinne der Natur

Nach den Vorträgen wurde in Kleingruppen diskutiert. Dabei standen die Angebote im Rahmen des LIFE+ Projekts „Wirtschaft & Natur NÖ“ – „Naturnahe Gestaltung des Firmengeländes“, „Patenschaften für ein Schutzgebiet“ und „Corporate Volunteering“ und deren Umsetzungsmöglichkeiten aus unternehmerischer Perspektive im Fokus.

Das erfreuliche Fazit der Veranstaltung: Unternehmen und Naturschutzorganisationen sind bereit, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Nun bedarf es Mut, offener Kommunikation und gegenseitigem Vertrauen zur Schaffung von Win-Win-Situationen zum Wohle von Wirtschaft und Natur.

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