Rekordjahr für den König der Lüfte

Das vom Land NÖ und der EU finanzierte Artenschutzprojekt für den Kaiseradler zeigt Wirkung. Die Zahl der Brutpaare im Naturland NÖ stieg auf 17 an.

sitzende Kaiseradler

29 Jungvögel wurden 2019 von den 22 in Österreich heimischen Brutpaaren des Kaiseradlers großgezogen.

Die heurige Brutsaison war für den weltweit bedrohten Kaiseradler besonders erfolgreich. Sensationelle 22 Kaiseradler-Paare brüteten dieses Frühjahr in Österreich, davon 17 Paare in Niederösterreich und 5 im Burgenland. Der majestätische Vogel mit einer Flügelspannweite von rund 2 Metern galt noch bis vor 20 Jahren in Österreich als ausgestorben. Nationale und internationale Schutzmaßnahmen machen es möglich, dass sich die Brutbestände in Mitteleuropa langsam erholen und kontinuierlich steigen.

Erfolgsgeschichte des Greifvogelschutzes

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist stolz auf diese Erfolgsgeschichte des Greifvogelschutzes: „Die Rückkehr des Kaiseradlers ist auf die langjährigen Bemühungen des Artenschutzes zurückzuführen. Es freut mich, dass sich diese imposanten Tiere weiter ausbreiten und in unserem Naturland Niederösterreich eine passende Heimat gefunden haben.”

Viele Brutpaare, wenig Jungvögel

Ein kleiner Wermutstropfen liegt in der geringen Produktivität der Paare. Während mit 22 Brutpaaren zwar so viele Kaiseradler wie noch nie brüteten, war der Schlüpferfolg mit lediglich 29 Jungvögeln äußerst schlecht. Im langjährigen Mittel stehen im Schnitt 1,9 Jungvögel pro erfolgreichem Brutpaar etwa 1,5 Jungvögel im Jahr 2019 gegenüber. Wahrscheinlich ist die feucht-kalte Witterung im Mai dafür verantwortlich, dass nicht mehr Jungvögel schlüpften und bis zum Ausfliegen überlebten.

Kaiseradler im Flug

Die Ausbreitung des Kaiseradlers nach Westen ist eine der Erfolgsgeschichten im Artenschutz.

Vogelschutzorganisation BirdLife sieht eine positive Entwicklung

Auch wenn der Brutbestand der Kaiseradler in Österreich immer noch sehr fragil und die illegale Greifvogelverfolgung eine gravierende Todesursache für Jungadler ist, erkennen die Expertinnen von BirdLife einen positiven Trend. Die in diesem Sommer geschlüpften Kaiseradler haben inzwischen die elterlichen Reviere verlassen.

Der Kaiseradler befindet sich im Landeanflug auf Oberösterreich

Ein im Rahmen eines Artenschutzprojektes für gefährdete Vogelarten in NÖ durchgeführtes Monitoring für den Kaiseradler bringt sensationelle Erkenntnisse. Die weiter stattfindende Ausbreitung Richtung Westen wird die stark gefährdete Art bald nach Oberösterreich bringen. Das ist weltweit sein westlichstes Verbreitungsgebiet.

Illegale Verfolgung ist die häufigste Todesursache

Zudem wurden im Rahmen des internationalen pannonEagle LIFE Projekts drei Adler mit Sendern versehen. Dadurch sollen Erkenntnisse über die Nutzung der Lebensräume, aber auch über Todesursachen und Überlebensraten gesammelt werden. Die illegale Greifvogelverfolgung stellt nach wie vor die Haupttodesursache für Jungadler dar.

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