Raupen für mehr Natur

Mit Pflegeaktivitäten hat der Landschaftspflegeverein im Herrngras bei Moosbrunn 10.000 Quadratmeter Feuchtwiese wiederhergestellt.

Die Projektpartner der Mähaktion im Herrngras bei  Moosbrunn

v.l.n.r. Thomas Baumgartner von der Firma Kreitl, Irene Drozdowski und Alex Mrkvicka (beide Landschaftspflegeverein), Schutzgebietsbetreuer Norbert Sauberer, Ernst Spitzbart (ORF), Sabine Plodek-Freimann (eNu) und UGR Günter Schätzinger aus Moosbrunn.

(26.01.2021/MF) Neben einem ferngesteuerten Wiesenmulcher mit Raupenfahrwerk der Firma Kreitl waren auch sechs Freiwillige des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken mit Balkenmäher und Rechen im Einsatz. So konnten weitere Flächen dieses wertvollen Gebiets ökologisch verbessert werden.

Herausragende biologische Vielfalt

Das Herrngras liegt bei Moosbrunn und ist ein letzter Rest eines ehemals riesigen Feuchtgebiets, das durch Torfabbau und großflächige Trockenlegungen für den Ackerbau in den letzten hundert Jahren fast verschwunden ist. Hier leben noch Raritäten wie das Moor-Wiesenvögelchen, ein Schmetterling, der in Österreich sonst nur an einem Standort in Vorarlberg vorkommt. Aber auch Sumpf-Gladiole, Gewöhnlich-Simsenlilie, Duft-Lauch, Kanten-Lauch und Groß-Wiesenknopf kommen vor. Das Dickwurzel-Löffelkraut wächst weltweit nur hier.

Erstmaßnahmen mit ferngesteuerter Mulchraupe

Mit Traktoren oder anderen Großgeräten sind die Flächen wegen der Nässe nicht befahrbar. Daher wurden große Bereiche des Herrngras seit über 40 Jahren nicht mehr gemäht, wodurch sich Schilf und Gehölze stark ausbreiten. Der Landschaftspflegeverein setzt sich in Kooperation mit dem Grundeigentümer ORS, der Gemeinde Moosbrunn und der NÖ Schutzgebietsbetreuung seit 2019 für die Verbesserung des ökologischen Zustands im Herrngras ein. Nach den Maßnahmen im letzten Jahr wurden weitere 5.000 Quadratmeter Schilffläche von der Firma Kreitl mit einer ferngesteuerten Mulchraupe gemäht. Dieser Wiesenmulcher mit Raupenfahrwerk ist die einzige Möglichkeit, die Flächen mit hohem, verfilztem Schilf und vielen tückischen Wassergräben so vorzubereiten, dass sie in Zukunft mit dem Balkenmäher gemäht werden können.

Einsatz eines raupenbetriebenen Mulchers im Herrngras

Dieser Wiesenmulcher mit Raupenfahrwerk ist die einzige Möglichkeit, die nassen Flächen im Herrngras für eine Mahd vorzubereiten.

Freiwillige mit Balkenmäher und Rechen

Nach dem Einsatz der Mulchraupe mähten sechs Freiwillige die im Vorjahr gemulchten Flächen mit dem Balkenmäher nach. Flächen mit besonders hohem Schilfanteil wurden bereits im August gemäht. Langfristig soll so das Schilf nachhaltig geschwächt werden. So können sich die wertvollen Arten wieder ausbreiten. Das Mähgut wurde zusammengerecht und an die Flächenränder transportiert. Um die Verbreitung seltener Arten zu fördern, wurden Samen des Duft-Lauchs von benachbarten Wiesenbrachen auf den gemähten Flächen eingesät.

Viele Partner für den Schutz der Natur

Die Naturschutz-Maßnahmen in Moosbrunn werden von der Naturschutzstiftung Blühendes Österreich über das FLORA-Programm finanziell unterstützt. Sie finden in Kooperation des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken mit dem Grundeigentümer ORS, der Gemeinde Moosbrunn und der NÖ Schutzgebietsbetreuung statt. Die Gemeinde Moosbrunn ist mit den Naturschutzaktivitäten rund um die Feuchtwiesenflächen Teil der Netzwerk Natur Region Thermenlinie-Wiener Becken.

Text von Sandra Girsch und Irene Drozdowski