NÖ Wasserbedarf ist gedeckt

Niederösterreich hat genügend Wasservorräte. Doch der Bedarf an Trinkwasser steigt und ein nachhaltiger Umgang mit dem Lebensmittel Nr. 1 ist notwendig.

Glas mit Trinkwasser

Der Verbrauch von Grundwasser wird in den nächsten 30 Jahren um ein Viertel ansteigen.

Die Hitzewellen des heurigen Sommers setzen auch dem Wasser zu.  Der feuchte Mai hat den Grundwasservorräten den ersehnten Nachschub gebracht. Doch regional ist die Verteilung sehr unterschiedlich. Das Land braucht also Strategien für den Umgang mit dem Trinkwasser. In einer gemeinsamen Studie haben das Land Niederösterreich und die Universität für Bodenkultur untersucht, wie sich Wasserbedarf und Wasserdargebot in Niederösterreich langfristig entwickeln werden.

Nachhaltiger Umgang mit Wasser wichtig

Im Rahmen des NÖ Wasserforums Ende Mai haben sich zahlreiche Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung mit der langfristigen Entwicklung und Sicherung der heimischen Wasserversorgung beschäftigt. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Teile Niederösterreichs mit Wassermangel rechnen müssen. Dazu LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Niederösterreichs Wasserversorgung ist eine Grundlage für die hohe Lebensqualität in unserem Land. Auch kommende Generationen sollen über ausreichend Wasser in hochwertiger Qualität verfügen. Wir sollten daher sehr verantwortungsvoll mit der Lebensgrundlage Wasser umgehen und unsere Wasserschätze nachhaltig und langfristig schützen.“

Neue Strategien sichern Wasserversorgung

Grundlage dafür sind überregionale Transportleitungen, mit denen ein Ausgleich zwischen Regionen mit reichen Wasservorkommen und Regionen mit hohem Bedarf oder geringem natürlichem Dargebot gewährleistet wird. In jenen Regionen, wo bis 2050 das Angebot durch den Bedarf ausgeschöpft wird, wird das Land Niederösterreich gemeinsam mit den Gemeinden und Wasserverbänden regional angepasste Strategien entwickeln, um die Wasserversorgung langfristig abzusichern.

Wasserwerk

Die niederösterreichischen Wasserwerke arbeiten nach strengen Qualitätsvorgaben.

Bedarf steigt bis 2050 um 25 Prozent

In Niederösterreichs Haushalten werden pro Tag und Kopf rund 130 Liter Wasser verbraucht. Die Haushalte machen knapp ein Drittel des Gesamtverbrauches aus. 65 Prozent benötigen Gewerbe und Industrie, nur knapp 5 Prozent werden von der Landwirtschaft genutzt. Im Jahr verbrauchen Haushalte, Betriebe und die Landwirtschaft in Niederösterreich rund 316 Millionen Kubikmeter Wasser. Dem steht ein natürliches Grundwasserdargebot von 880 Millionen Kubikmetern pro Jahr gegenüber. Diese Menge kann dem Grundwasser nachhaltig entnommen werden, ohne an den Reserven Raubbau zu betreiben. Ein vermeintlich beruhigendes Polster.

Ohne geeignete Maßnahmen wird Wasser knapp

Eine Versorgung, wie in vielen Nachbarländern aus aufbereitetem Oberflächenwasser aus Flüssen oder Seen, steht nicht zur Diskussion. Doch Bevölkerungszuwachs und Klimawandel werden den Verbrauch in Zukunft in die Höhe treiben. Temperaturerhöhung, mehr Bewässerung in der Landwirtschaft und ein steigender Bedarf, etwa für Swimmingpools, lassen die Prognosen für die nächsten 30 Jahre auf einen Bedarf von 400 Millionen Kubikmeter wachsen. Im Norden und Osten des Landes könnte Wasser dann knapp werden.

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