NÖ-Paket zum Schutz des Bodens

Wertvolle Lebensräume sollen für künftige Generationen geschützt und die Entwicklung des Landes gefördert werden.

Präsentation des NÖ Bodenschutzpakets

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Universitätsprofessor Rudolf Scheuvens und Klubobmann Klaus Schneeberger bei der Präsentation des Bodenschutzpakets.

Niederösterreich legt ein umfassendes Bodenschutzpaket vor, das im Oktober 2020 im Landtag beschlossen werden soll. Damit ist der Weg frei für das Ende von umfangreichen Neuwidmungen und eine massive Beschleunigung für kleinere Verfahren. Mit dem Paket sollen wertvolle Lebensräume, Wiesen und Ackerflächen geschützt werden.

Zersiedlung der Orte soll bekämpft werden

So wird es neue Widmungskategorien für den großvolumigen Wohnbau und für verkehrsbeschränkte Betriebsgebiete, verpflichtende Mobilisierungsmaßnahmen bei Neuwidmungen, Einschränkungen für neue Parkplätze bei Supermärkten und neue Regelungen für Photovoltaik-Anlagen geben. „Wir wollen den Charakter unserer Heimat bewahren und die Zersiedlung unserer Orte bekämpfen, Impulse im ländlichen Raum ermöglichen und Verkehrsprobleme im städtischen Umfeld frühzeitig vermeiden,“ stellt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf die Ziele der Novelle des NÖ Raumordnungsgesetzes vor.

Verkehrsintensive Betriebe werden unter die Lupe genommen

Gebäude mit einer Geschoßflächenzahl über eins brauchen zukünftig die Widmungskategorie für den großvolumigen Wohnbau. Die Geschoßflächenzahl gibt das Verhältnis der Flächen der oberirdischen Geschoße von Gebäuden zur Bauplatzgröße an. Neue Betriebsansiedlungen, die mehr als 100 Fahrten pro Tag und Hektar erzeugen, brauchen die Widmungskategorie für verkehrsbeschränkte Betriebsgebiete, in welcher die Verkehrsströme genauer betrachtet werden.

Gegen unnötigen Bodenverbrauch

Werden neu gewidmete Parzellen nach einer bestimmten Zeit nicht bebaut, werden sie rückgewidmet oder müssen verkauft werden. „Das bedeutet einen faktischen Bauzwang und damit einen Stopp der Zersiedlung und des unnötigen Bodenverbrauchs. Außerdem werden so auch Infrastrukturkosten für die Gemeinden gespart,“ so Pernkopf.

soil-3301161_1920

Mit dem Bodenschutzpaket sollen wertvolle Lebensräume, Wiesen und Ackerflächen geschützt werden.

Bau von Parkplätzen wird eingeschränkt

Einkaufszentren auf der "grünen Wiese" sind in Niederösterreich bereits verboten. Nun werden auch Parkplätze bei neuen Handelseinrichtungen eingeschränkt. Bei einer Verkaufsfläche von mehr 750 m² dürfen nur mehr die Pflichtstellplätze ebenerdig im Freien gebaut werden, bei kleineren Nahversorgern die eineinhalbfache Anzahl der Pflichtstellplätze. Sind mehr Parkplätze gewünscht, so müssen diese im Gebäude errichtet oder mit einer Photovoltaik-Anlage überdacht werden.

Keine PV-Anlagen in Naturräumen

Auch für Photovoltaik-Anlagen im Grünland gelten zukünftig strenge Kriterien. Im Vordergrund stehen der Schutz hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen sowie der Schutz des Ortsbilds und von Naturschutzflächen. Anlagen, die mehr als zwei Hektar Fläche einnehmen, müssen in Zukunft vor der Widmung durch die Gemeinde in einem eigenen Raumordnungsprogramm ausgewiesen sein. Pernkopf: „Prinzipiell wollen wir PV-Anlagen auf Dächern, Lagerhallen und alten Deponien bevorzugen.“

Vorrang für Klima- und Bodenschutz

Außerdem werden die Richtlinien für die Flächenwidmungspläne im Sinne des Klima- und Bodenschutzs modernisiert. Damit sollen unter anderem begrünte Fassaden als natürliche Klimaanlagen und Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge gefördert werden. Pernkopf abschließend: „Wir setzen auf Klimaschutz und den Schutz unserer Böden. Wir wollen Naturräume sichern, mehr Grün in die Städte bringen und die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes sichern.“