Neues Klima- und Energieprogramm vorgestellt

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf wollen die Treibhausemissionen bis 2030 um 36 Prozent reduzieren.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf stellten das neue Klima- und Energieprogramm vor.

(27.01.2021/ MF) Mit einem ambitionierten Aktionsplan sollen die landesweiten Klima- und Energieziele bis 2030 erreicht werden. Die Umsetzung erfolgt in zwei Stufen. Das erste Programm läuft von 2021 bis 2025 und bündelt 353 blau-gelbe Energie-Maßnahmen.

Infrastruktur des Landes wird klimaneutral

Damit soll die gesamte Landesverwaltung klimaneutral gemacht werden. „Mit Hilfe von Innovationen, Förderungen, nachhaltiger Beschaffung, gesetzlichen Vorgaben und Bewusstseinsbildung setzen wir neue Maßstäbe zum Schutz unseres Klimas“, betont die Landeshauptfrau. So sollen bis 2025 alle Landesgebäude ölfrei beheizt und nach Möglichkeit Gasheizungen durch erneuerbare Nahwärme ersetzt werden. Neben der Ausstattung der Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen soll mit Hilfe von Beschattung und Begrünung auch im Sommer ein angenehmes Klima geschaffen werden. Elektrisch betriebene Fahrzeuge sollen beim Landesfuhrpark ab 2022 Standard sein. Aktuell fahren 20 Prozent emissionsfrei, ab 2027 soll es keine PKW mit Verbrennungsmotoren mehr geben. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur bei allen Landesstellen wird vorangetrieben.

Ausbau der umweltfreundlichen Mobilität

Investiert wird aber auch in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Mit dem Verkehrsministerium wurden insgesamt 1,35 Milliarden Euro für den Ausbau der Bahninfrastruktur im Wein- und Waldviertel vereinbart. Auch flexible Mobilitätsangebote wie zum Beispiel Anrufsammeltaxis, Rufbusse oder Car-Sharing werden neben der digitalen Vernetzung dieser Angebote weiter forciert. Gemeinden werden bei der Errichtung von Rad-Schnellwegen mit bis zu 80 Prozent der Kosten unterstützt. Allein im vergangenen Jahr habe es über 1.000 Förderberatungen bei den Gemeinden zu klimaschonenden Maßnahmen gegeben. Mikl-Leitner: „Es gibt kaum einen Bereich, wo keine klimaschützenden Maßnahmen gesetzt werden können.“ Aber auch Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität sind im neuen Klima- und Energieprogramm enthalten, etwa der Erhalt naturnaher Flächen als Kohlenstoffspeicher oder Revitalisierungsmaßnahmen von Fließgewässern.

Windräder in Getreidefeld

Der Ausbau der umweltfreundlichen Windenergie soll nicht auf Kosten der Natur gehen.

NÖ ist schon lange aktiv im Klimaschutz

Niederösterreich ist beim Klimabündnis mit aktuell 427 Mitgliedsgemeinden Europameister. Seit 2015 deckt das Land seinen Strombedarf zu 100 Prozent durch erneuerbare Energie ab. 2019 wurde erstmals in einem Bundesland ein Verbot von Ölheizungen im Neubau eingeführt. Im gleichen Jahr wurde das letzte Kohlekraftwerk Niederösterreichs in Dürnrohr geschlossen. Vor zwei Jahren fand die 1. NÖ Jugendklimakonferenz statt und im Vorjahr wurde mit dem Sonnenkraftwerk Niederösterreich das größte Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsprojekt Europas ins Leben gerufen. "Mit dem neuen Klima- und Energiefahrplan werden bis 2030 die Treibhausemissionen um 36 Prozent reduziert, die Stromerzeugung durch Photovoltaik zu verzehnfacht und die Leistung aus Windkraft zu verdoppelt", so Mikl-Leitner.

Bund muss an Bord geholt werden

Damit sollen 10.000 Green-Jobs geschaffen werden. Die Windkraft zu verdoppeln, bedeutet aber nicht, die Anzahl der Windräder zu erhöhen, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. „Durch eine intelligente Energiepolitik wird es weniger Windräder geben, die jedoch leistungsfähiger sind.“ Grundlage für die Energiewende ist allerdings das Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energie, das die Förderungen für Wind, Wasser, Sonnenkraft und Biomasse regelt. Stephan Pernkopf ist zuversichtlich, dass Mitte Februar die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. „Die rasche Umsetzung des Gesetzes wird Investitionen von 550 Millionen Euro und sauberen Strom für 425.000 Haushalte in Niederösterreich bringen. Das wäre auch ein enormer Schub für die heimische Wirtschaft und Green Jobs.“