Neue Wildkatzennachweise im Thayatal

Forscher haben die Wanderrouten der Wildkatze zwischen dem Nationalpark Thayatal und der Wachau analysiert.

Wildkatze in Fotofalle

Die Nachweise durch Bilder einer Fotofalle zeigen eindeutig Wildkatzen.

Im Thayatal wurden seit 2007 mehrmals die scheuen Waldbewohnerinnen mittels Lockstöcken ausgeforscht. Seit Jänner 2021 häufen sich die Nachweise durch Fotofallenbilder. Auch aus der Wachau liegen zahlreiche Bestätigungen der Wildkatze vor.

Kräftige Lebenszeichen der Wildkatze

Das Foto einer Katze auf einem Baum bei Groß-Pertholz machte 2003 den Anfang der Wildkatzen-Forschung im Nationalpark. Zahlreiche weitere Nachweise anhand genetischer Nachweise bzw. durch Fotofallenbilder folgten. Seit Herbst 2020 kann sich nun das Forschungsteam im Thayatal über weitere kräftige Lebenszeichen der Wildkatze freuen. Mehrere Aufnahmen im Jänner, Februar und März 2021 zeigen eindeutig Wildkatzen. Die genetische Analyse der Haarproben hat das Ergebnis bereits bestätigt.

Vernetzung der Lebensräume ist wichtig

Der Nationalpark Thayatal ist gemeinsam mit der Wachau und dem Vorkommen in Kärnten ein Hotspot der Verbreitung der Wildkatzen in Österreich. Der scheue Waldbewohner galt lange Zeit in Österreich als ausgestorben. Für den weiteren Erhalt und die Förderung der Populationen ist es wichtig, dass es eine Vernetzung ihrer Lebensräume gibt. Im Rahmen des INTERREG Central Europe-Projektes „Magic Landscapes“ wollen die Nationalparkmitarbeiter die Wanderrouten zwischen Wachau und Thayatal ausforschen.

Wildkatze bei einem Lockstock

Im Thayatal wurden seit 2007 mehrmals Wildkatzen durch Lockstöcke ausgeforscht. Seit Jänner 2021 häufen sich die Nachweise durch Fotofallenbilder.

Heimliche Wanderer

Wildkatzen wandern gerne verborgen im Schutz der Wälder. Hier haben sie ausreichend Versteckmöglichkeiten und genügend Bäume, auf die sie bei Gefahr flüchten können. Große offene Flächen meiden sie ebenso wie menschliche Siedlungen. An fünf Standorten entlang der Waldkorridore im Waldviertel sowie an drei weiteren im Weinviertel führen Freiwillige Untersuchungen mit Lockstöcken durch, um mögliche Wanderbewegungen auszuforschen. Die Nachweise stehen hier allerdings noch aus. Durch den Abschluss der genetischen Detail-Analyse der Haarproben lässt sich dann eine tatsächliche Verbindung der Wildkatzenpopulation in der Wachau mit dem Thayatal darstellen.