Neue Strategien für den Naturpark

Studierende der Universität für Bodenkultur interviewten ExpertInnen und Bevölkerung zu wichtigen Fragen des Naturparks Ötscher-Tormäuer.

c-np-oetscher-tormaeuer

20 Master-Studierende der BOKU absolvierten eine Feldwoche im Naturpark Ötscher-Tormäuer.

20 Master-Studierende des Instituts für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung an der BOKU absolvierten eine Feldwoche im Naturpark Ötscher-Tormäuer. Im Mittelpunkt standen Fragenstellungen zu Lebensqualität, Landschaftswandel und Ötscher-Bär. Nach intensiver Beschäftigung mit den Themen an der Universität wurde das theoretische Wissen im Naturpark durch Experteninterviews, Befragungen und zahlreiche Gespräche mit der Bevölkerung ergänzt.

Öffentlicher Verkehr ist besonders wichtig

Das Team „Lebensqualität“ verdeutlichte die Abwanderungstendenzen in der Region und erarbeitete Gegenstrategien zu dieser Entwicklung. Eine Schlüsselrolle spielen neben Arbeitsplätzen vor allem die Wohnungs- und Freizeitangebote sowie die Verkehrsinfrastruktur. Aus der Sicht der Bevölkerung trägt der Naturpark zum Arbeitsplatzangebot positiv bei. Die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz wäre wichtig, um die Lebensqualität zu verbessern. Ein Vorschlag der Studierenden ist die Abstimmung des Fahrplans der Mariazellerbahn auf die arbeitende Bevölkerung.

braunbaer-c-pixabay

Der Naturpark und das Wildnisgebiet sind idealer Lebensraum für den Braunbären.

Verwaldung soll gebremst werden

Das Team „Landschaftswandel“ zeigte mit Hilfe von Fotomontagen, wie die Region aussehen könnte, wenn die Verwaldung weiter zunehmen würde. Ansprechpartner in der Region waren neben dem Naturpark vor allem LandwirtInnen, die sich für die Offenhaltung besonders engagieren. Vorstellbar sind etwa bei Einverständnis der Grundeigentümer gemietete Schaf- und Ziegenherden oder eine kommunale Herde zur Beweidung. Steillagen könnten im Rahmen einer Umweltbaustelle oder eines Freiwilligen Umweltjahrs beim Naturpark gepflegt werden.

Geliebt und verteufelt – der Ötscherbär

Eine besonders schwierige Aufgabe hatte das Team „Ötscherbär“. Bereits die ersten Interviews zeigten einerseits die weit verbreitete Erinnerung an den Ötscherbären, andererseits die Sorge vor möglichen Konflikten und Schwierigkeiten mit der Landnutzung. In einem leidenschaftlichen Plädoyer versuchten die Studierenden Sympathien für die überwiegend pflanzenfressende Tierart zu gewinnen. Der Bär darf nicht nur ein Symbol auf dem Naturpark-Schild sein, denn das Wildnisgebiet Dürrenstein und der Naturpark eignen sich ideal als Lebensraum für Bären. Notwendig sind klare Regelung für Entschädigung und den Abschuss von „Problem-Bären“. In der Vermittlung und der Kommunikation könnte der Naturpark in Zukunft eine neue Rolle spielen.