Naturschutz mit der Kettensäge

Gerade im Wirtschaftswald ist das aktive Anlegen von Strukturen und neuen Lebensräumen wichtig.

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Wirtschaftswälder können durch einfache Maßnahmen artenreicher werden.

(18.08.21/ MF) Unsere Wälder sind oft sehr jung und daher arm an Strukturen wie alten Bäumen oder Totholz. Genau hier findet sich aber die größte Artenvielfalt im Wald. Baumhöhlen, verrottende Stämme und unberührte Ecken im Wald sind wichtige Lebensräume.

Wald als Zentrum der Artenvielfalt

In Österreich sind rund 67.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten beheimatet. 42 Prozent der Natura 2000-Gebiete Österreichs sind Wald und spielen eine wichtige Rolle beim Schutz der biologischen Vielfalt. Totholz im Wald ist für etwa ein Viertel aller im Wald vorkommenden Pilze, Flechten, Moose, Schnecken, Käfer, Vögel und Säuger ein wichtiger Lebensraum.

Naturschutz im Wirtschaftswald

Eine neue Broschüre der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) „Naturschutz mit der Kettensäge“ erklärt, wie man Strukturen erkennt, die in der Natur von sich aus entstehen und die sich im Laufe der Zeit zu wertvollen Lebensräumen entwickeln können. Dadurch bekommen ForstwirtInnen und WaldbesitzerInnen ein Gefühl, wo man die Natur am besten selber agieren lässt. Es soll angeregt werden, aktiv solche Entwicklungen zu fördern oder sogar gezielt mit der Motorsäge zu schaffen.

Schritt für Schritt zum Öko-Wald

Schon mit wenigen Bäumen auf einem Hektar können so erstaunliche Erfolge für den Naturschutz erreicht werden. Die Broschüre gibt praktische Tipps, wie Strukturen und Lebensräume im Wirtschaftswald aktiv angelegt werden können. Neben Hintergrundinformationen liefert sie vor allem praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Wo setze ich die Motorsäge an, um eine Schlitzhöhle oder eine Baumhöhle zu schaffen? Wie und wo kann ich einen Hochstumpf stehen lassen? Neben den Kosten werden Arbeitssicherheit und Verkehrssicherheit beschrieben.

Förderung für Biodiversität im Wald

Eine neue Bundesförderung widmet sich dem Thema Biodiversität im Wald. Im Rahmen des mit 350 Millionen Euro dotierten Waldfonds stehen dafür 13 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem die Verbesserung oder Wiederherstellung wertvoller Lebensräume und die Erhaltung von Altholzinseln oder Horstschutzzonen, aber auch Studien, Betriebsbesuche und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung.