Naturschutz grenzenlos

Die Natur kümmert sich nicht um politische Gegebenheiten. Der Schutz von wertvollen Lebensräumen und seltenen Arten darf daher nicht vor Ländergrenzen halt machen.

Elch beim Durchqueren eines Flusses.

Wildtieren wie dem Elch fällt es durch die Zerschneidung der Landschaft immer schwerer, Wanderrouten zu finden.

(02.12.2020) Die Verbreitung von Tieren und Pflanzen orientiert sich vielfach an klimatischen Zonen. Da diese nicht mit den politischen Ländergrenzen übereinstimmen, setzt moderner Natur- und Artenschutz vermehrt auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

ConNat verbindet Natur

Mit dem Projekt „ConNat – Connecting Nature“ sollen in Niederösterreich und Tschechien traditionelle Wildtierwanderrouten gesichert und wieder hergestellt sowie Maßnahmen zum Moorschutz über die Staatsgrenzen hinweg umgesetzt werden. Eine Besonderheit des Projektes ist die intensive Zusammenarbeit von 11 unterschiedlichen Partnern, die umfangreiches Wissen aus den Bereichen Naturschutz, Wildtierökologie und Regionalplanung mitbringen.

Zivilisation bringt Isolation und Artenschwund

Die Landschaft zwischen Most-, Wald- und Weinviertel und den Kreisen Südböhmen, Vysocina und Südmähren wird durch Straßen und eine intensive Nutzung zunehmend zerschnitten. Dadurch fällt es größeren Wildtieren wie Hirsch, Elch, Wildkatze oder Luchs immer schwerer, Wanderrouten zu finden. Die Folge der Isolation ist der fehlende genetische Austausch und der Verlust an Artenvielfalt.

Begrünte Verkehrsinsel in Langenrohr bei Tulln.

Grüne Infrastruktur spielt in den Gemeinden eine wichtige Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel.

MaGICLandscapes schützt Naturräume

Das EU-Projekt MaGICLandscapes beschäftigt sich mit der Erfassung und dem Schutz der sogenannten grünen Infrastruktur. Es soll Werkzeuge erarbeiten, um lebenswichtige Naturräume zu schützen. ExpertInnen der Universität Wien verbinden gemeinsam mit KollegInnen aus Polen, Tschechien, Italien und Deutschland wertvolle Naturräume mit urbanen Zentren und verbessern so ihre Rolle für das Ökosystem.

Grüne Infrastruktur als Schlüssel zur Biodiversität

Ziel des Projektes ist es, Strategien und Aktionspläne zur Verbesserung der vorhandenen grünen Infrastruktur in Mitteleuropa zu entwickeln. Politische Entscheidungsträger, Gemeinden und Landnutzer bekommen dadurch Werkzeuge und Wissen zur Verfügung gestellt, um eine nachhaltige Landnutzung zu fördern. Grüne Infrastruktur spielt eine wichtige Rolle bei Hochwasserschutz und Anpassung an den Klimawandel.

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Der Nationalpark Donau-Auen ist ein wichtiger Partner beim Projekt Alpen Karpaten Flusskorridor.

Neues Leben für die Flüsse

Das INTERREG-Projekt Alpen Karpaten Fluss Korridor wurde 2017 gestartet und soll durch grenzübergreifende Zusammenarbeit den ökologischen Zustand der Fließgewässer in der slowakisch-österreichischen Grenzregion fördern. Insgesamt 19 Institutionen beteiligen sich an der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen. Im Vordergrund stehen die Erstellung von Maßnahmenkatalogen zur Verbesserung der Fließgewässer sowie Bewusstseinsbildung.

Die Region zwischen Alpen und Karpaten verfügt über eine unglaubliche Artenvielfalt in Naturlandschaften von herausragender Bedeutung. Doch die dynamische, wirtschaftliche Entwicklung verschärft die Situation für Tiere und Pflanzen. Lebensräume werden zerstört und zerschnitten, wodurch wichtige Wanderkorridore zwischen den Gebieten fehlen.

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Alpen Karpaten Flusskorridor