Naturschätze der Feuchten Ebene entdecken

Bei der von der Schutzgebietsbetreuung NÖ organisierten Wanderung wurden die Besonderheiten des Europaschutzgebietes „Feuchte Ebene-Leithaauen“ vorgestellt.

Exkursion Gramatneusiedl

Bei strahlendem Sommerwetter zeigten Ende Juni rund 40 TeilnehmerInnen aus Gramatneusiedl und Umgebung großes Interesse an den einzigartigen Feuchtwiesen in unmittelbarer Nähe zum Ort.

Bei strahlendem Sommerwetter zeigten Ende Juni rund 40 TeilnehmerInnen aus Gramatneusiedl und Umgebung großes Interesse an den einzigartigen Feuchtwiesen in unmittelbarer Nähe zum Ort.

Artenvielfalt vor der Haustür

Viele waren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Bahn zum Treffpunkt am Bahnhof Gramatneusiedl gekommen. Alt und Jung bestaunten nach einer kurzen Einführung durch Exkursionsleiter Dr. Norbert Sauberer das reichhaltige Blütenangebot und die vielen summenden Insekten auf einer von der Gemeinde betreuten  Blühfläche zwischen Bahnhof und Lagerhaus. Bürgermeister Thomas Schwab und UGR Sebastian Schirl-Winkelmaier freuen sich über die gelungene Aktion, die zudem noch wenig pflegeintensiv ist.

Die Natur kommt von selber

Oft ist es besser die Geduld aufzubringen, nichts einzusäen und zu warten. Die  im Boden schlummernden Samen keimen  und die Fläche ergrünt von selber wieder. Natternkopf, Wilde Karotte, Esparsetten-Tragant, Wiesensalbei, Wiesen-Bocksbart, Wermut und andere Pflanzenarten sind hier zu finden. Jährlich wandern durch Samenanflug neue heimische Wildpflanzen zu und die Biodiversität steigt. 

Jede neue Pflanze bringt 10 Insektenarten

Mit jeder neuen Pflanzenart kommen auch durchschnittlich 10 Insektenarten dazu. Die bunt blühende Spontanflora ist das Beste für Bienen und Schmetterlinge. Am Weg durch die Siedlung zur Kaiserau konnten zahlreiche Exemplare der Pracht-Königskerze (Verbascum speciosum) entdeckt werden, die eine eindrucksvolle Größe bis  zu 1,80 Meter erreicht. Diese zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine breite Blattrosette, aus der sich im zweiten Jahr  ein reich verzweigter vielblütiger Blütenstand entwickelt.

Exkursion Gramatneusiedl

Die Exkursion in Gramatneusiedl wurde von der Schutzgebietsbetreuung NÖ organisiert.

Seltene Pflanzenarten am Wegesrand

Entlang des Kiebitzbaches wurden auch einige Wasserpflanzen wie etwa die an sauberen Fließgewässern in tiefen Lagen vorkommende Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) vorgestellt. Ihre Blätter schmecken ausgezeichnet im Salat und wurden früher vielfach genutzt. Der seltene langblättrige Ehrenpreis (Veronica longifolia) oder die Sumpf-Gänsedistel (Sonchus palustris) fanden sich am dem Weg zur alten Rossschwemme, bei der die Exkursion im kühlen Schatten der Bäume  endete. Anschließend gab es noch einen gemütlichen Ausklang im Cafe im Wittnerhof.

Jede und jeder kann seinen Beitrag leisten

Die große Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, dem zunehmenden Siedlungsdruck standzuhalten und genügend naturnahe, ungenutzte Flächen als Trittsteinbiotope für Fauna und Flora zu belassen. Dazu kann auch jeder Bürger und jede Bürgerin in ihrem Garten etwas beitragen.

Hier geht es zum Video der Exkursion:

Das war die Exkursion in Gramatneusiedl: