Naturpark bewahrt alte Obstsorten

Seit rund sieben Jahren beschäftigt sich der Naturpark Ötscher-Tormäuer intensiv mit dem Obstbau in höheren Lagen.

Äpfel

Apfelsorten sind an das raue Klima in der Ötscherregion besonders gut angepasst.

(27.05.21/ MF) Das Projekt Hochlagenobst will rund um den Ötscher angepasste Obstsorten finden, diese in einem Erhaltungsprogramm für die Zukunft bewahren und das Wissen der Bevölkerung über die Bäume und Früchte ausbauen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit BaumbesitzerInnen und den LEADER-Regionen Mostviertel Mitte und Eisenstraße.

Jeder Baum hat seine Geschichte

Die Region rund um den Ötscher ist geprägt von einer kurzen Vegetationszeit, Wintern mit viel Schnee sowie Spät- und Frühfrösten, aber trotzdem sehr unterschiedlichen Kleinklimata von trockenen, warmen Südhängen bis zu nassen Standorten. Das hat entscheidenden Einfluss auf die vorhandenen Obstsorten. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Obstbaumwärter Heribert Pfeffer vom Naturpark Ötscher-Tormäuer. Für ihn hat jeder Obstbaum eine Geschichte und begleitet Menschen das ganze Leben.

Ötscherbasis Wienerbruck

Der neue Ötscherturm war Schauplatz eines Themenabends zu Hochlagenobst.

Studie zu Obstsorten im Ötschergebiet

Im Rahmen eines Online-Themenabends gab Naturparkleiter Florian Schublach einen Überblick über die gesetzten Maßnahmen im Projekt Hochlagenobst. Dazu zählen Pflanzaktionen, der Bau eines Sortenerhaltungsgartens, der jährlich wiederkehrende Aktionstag Hochlagenobst sowie Schnitt- und Veredelungskurse. Im Projekt wurde von der Universität für Bodenkultur eine Sortensuche durchgeführt und eine wissenschaftliche Studie zur Erfassung und Erhaltung typischer regionaler Obstsorten im Ötschergebiet erstellt.

452 Obstbäume wurden erhoben

Auf insgesamt 29 Standorten in allen Naturparkgemeinden wurden dazu 452 Bäume erhoben und deren Sorte zu bestimmen. Der Großteil davon waren Apfelbäume, als häufige Sorte konnte der Annaberger Maschanzker nachgewiesen werden. Diese Sorte mit kleinen Früchten wurde 2019 erstmals beschrieben und ist auf die Mostviertler Alpen und einige weitere Gebiete in Niederösterreich beschränkt. Die Bäume erreichen mit über 150 Jahren ein sehr hohes Alter.