Naturnahe Beweidung mit Konik-Pferden

Der WWF Österreich betreibt seit 2015 im Auenreservat Marchegg eine naturnahe Beweidung mit Konikpferden.

Konikpferde

Konik-Pferde sind eine uralte Rasse, die perfekt an die rauen Bedingungen in der Au angepasst sind.

Seit dem Frühjahr 2015 läuft in den Unteren March-Auen ein großes Beweidungsprojekt des WWF Österreich. Konik-Pferde und Rinder leben gemeinsam auf einer knapp 80 Hektar großen Weidefläche. Ziel ist es, das Naturreservat noch naturnäher zu gestalten. Durch die Beweidung soll sich ein Mosaik neuer Lebensräume bilden.

In der Au leben 21 Pferde

Konik-Pferde sind robuste, urtümliche Tiere, die sehr nahe mit dem ausgestorbenen europäischen Wildpferd verwandt und perfekt an die rauen Bedingungen in der Au angepasst sind. Die aus Polen stammenden sechs Stuten und drei Hengste haben sich mittlerweile erfolgreich vermehrt. Der Tierbestand besteht derzeit aus 21 Tieren, die sich in zwei jeweils von einem Hengst geführte Gruppen aufgespalten haben.

Die Rückkehr der Weidetiere hilft der Natur

In den Auen bei Marchegg wurden bis etwa 1930 Flächen regelmäßig beweidet. Heute spielen Weidetiere in der Bewirtschaftung keine Rolle mehr. Damit haben aber viele an die Beweidung angepasste Arten, wie der auffällige Wiedehopf oder der unscheinbare Dungkäfer, ihren Lebensraum verloren. Mit der Rückkehr der großen Huftiere wird eine wesentlich natürlichere Entwicklung der Au erwartet. So sollen sich die scharfen Grenzen zwischen Wald und Offenland auflösen. Mit einem Mosaik aus Weiderasen, Buschgruppen und Altholzinseln entstehen Lebensräume für viele gefährdete Arten. Weißstorch, Neuntöter, verschiedene Totholzkäfer und Pionierpflanzen, wie der Streifen-Klee, sollen von der Vielzahl an neuen Nischen profitieren.

LIFE+ Renaturierung Untere March-Auen

Die Einrichtung der Pferdeweide wurde durch die Finanzierung im Rahmen des EU LIFE+ Programms ermöglicht. Die Infrastruktur wurde im Rahmen einer interdisziplinären Vorstudie unter der Beteiligung der Fachabteilungen des Landes und des Bezirks, sowie namhafter Experten sorgfältig geplant.