Natur im Aufwind

Corona fordert von uns allen Opfer und Einschränkungen. Die Natur zählt hingegen zu den großen Gewinnern der Krise.

Kondensstreifen hinter Flugzeug

Kondensstreifen am Himmel sind aufgrund der Beschränkungen im Flugverkehr selten geworden.

Strassen ohne Autos, blauer Himmel ohne Kondensstreifen, glasklares Wasser in den Kanälen in Venedig – die Beschränkungen durch die Pandemie zeigen auch in der Natur Wirkung. Die Belastungen mit Schadstoffen sind deutlich zurückgegangen. So schlimm die Corona-Krise derzeit ist, das Naturland atmet auf.

Weniger Schadstoffe bedeuten bessere Luft

Die Emissionen aus dem Verkehr sind laut Verkehrsclub Österreich drastisch zurückgegangen. Der tägliche Pendlerstrom ist verebbt, Ausflüge am Wochenende und Urlaubsreisen finden praktisch überhaupt keine mehr statt. Ein normaler Pendlertag hat vor Corona in Österreich rund 11.000 Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Der nahezu lahmliegende Flugverkehr erspart der Atmosphäre in Österreich etwa 159.000 Tonnen im Monat. Diese Menge verursachen 80.000 PKWs in einem ganzen Jahr.

Weniger tierische Opfer auf den Straßen

Durch den stark gesunkenen Verkehr sterben aber auch weniger Tiere auf unseren Straßen. Gerade für Amphibien hätte der Ausbruch der Corona-Krise im beginnenden Frühjahr nicht günstiger kommen können. Aber auch andere Wildtiere wie Hasen, Rehe oder Vögel fallen dem Autoverkehr nicht mehr zum Opfer. Der geringere Ausstoß an Schadstoffen in die Luft bringt auch direkte Auswirkungen auf die Biodiversität. Stickstoffverbindungen aus Autoabgasen führen zu einer Überdüngung von Böden. In empfindlichen Lebensräumen wie Trockenrasen oder Hochmooren hat das dramatische Folgen für die Artenvielfalt.

Naturbeobachten mit Kindern

Naturbeobachtungen im Garten oder in der nächsten Umgebung können online auf der Plattform des Naturschutzbundes gemeldet werden.

Plattform für Naturbeobachtungen

Viele heimische Tiere erobern nun Gebiete zurück, die sie in den letzten Jahren wegen Störungen durch den Menschen gemieden haben. Wer jetzt unter Einhalten der Schutzbestimmungen vor die Haustür geht, hat die Chance auf besondere Naturerlebnisse. So sind jetzt auch die Hasen auf den Wiesen zu beobachten, wenn sie ihre Rangkämpfe austragen. Dabei vermitteln sie uns mit ihrer Kraft und den oft spielerisch wirkenden Rangeleien pure Lebensfreude. Der Naturschutzbund Österreich ruft jetzt dazu auf, solche Beobachtungen auf der Plattform naturbeobachtung.at mit anderen Naturinteressierten zu teilen.