Natur bei Gemeinden am Vormarsch

Am Energie- & Umwelt-Gemeinde-Tag 2018 stand das Thema "Natur vor der Haustüre - Was kann eine Gemeinde tun?" im Mittel­punkt eines Workshops. Im Herbst wird der Austausch dazu bei Schutz­gebietsnetzwerk-Workshops in allen Hauptregionen fortgesetzt.

Was kann eine Gemeinde, eine Umweltgemeinderätin bzw. ein Umweltgemeinderat zu den Themen Natur, Boden und Wasser beitragen, um diese sowohl im Gemeinderat als auch in der Bevölkerung zu verankern? Diese und noch weitere Fragen stellten sich rund 30 niederösterreichische Gemeinderäte im Rahmen eines Workshops beim Energie- und Umwelt-Gemeindetag am 14. September.

Sensibilisierung für Natur und Naturschutz – aber wie?

Um sich dem Thema anzunähern, wurden zwei Impulsreferate gehalten. Der erste Vortragende war Bürgermeister Martin Ploderer aus der Gemeinde Lunz am See, der näher auf das Thema "Wege der Sensibilisierung für Natur und Naturschutz" einging. Bgm. Ploderer setzt sich in der Gemeinde seit mehreren Jahren dafür ein, die natürliche Ausstattung in der Gemeinde zu erhalten und auch als Grundlage für den Tourismus zu sehen. Lunz am See ist als Bergsteigerdorf aktiv in der Alpenkonvention und setzt auf sanften Tourismus. Mehrere Projekte in der Gemeinde sind im Sinne der Erhaltung der natürlichen Ressourcen abgewickelt worden. Mit dem "Haus der Wildnis" soll nun ein Besucherzentrum für das UNESCO-Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein entstehen.

Botschafterin für die Natur

Auf das Thema "Botschafterin für die Natur – Was ist das und wie geht das?" ging im zweiten Impulsreferant UGRin Dr.in Doris Polgar, Biosphärenpark Wienerwald-Botschafterin (Gemeinde Breitenfurt), näher ein. Als Biosphärenpark-Wienerwald-Botschafterin ist man Schnittstelle zwischen Gemeinde, Bevölkerung und Biosphärenpark-Management. Als Informationsträgerin können Aktivitäten des Biosphärenpark-Managements für die Gemeinde-Arbeit genützt und Fragestellungen aus der Gemeinde auf Ebene des Biosphärenparks eingebracht werden. Ein wichtiger Appell an alle: "Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit muss in einer Gemeinde immer mitgedacht werden".

Reges Interesse am Thema

Nach den beiden Impulsreferaten wurde auf die Thematik "Natur vor der Haustüre – Was kann eine Gemeinde tun?" näher eingegangen. Dabei wurde besonders die Frage diskutiert, ob ein Botschafter für Naturanliegen in jeder Gemeinde benötigt wird. Dazu kann folgendes Fazit gezogen werden: Die Themen Natur, Boden und Wasser brauchen in einer Gemeinde immer eine oder mehrere Ansprechpersonen. Diese Personen dienen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, treiben die Themen voran und können auch die Bevölkerung mitziehen. Wichtig ist eine parteiübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde, aber auch regional sind gemeindeübergreifende Kooperationen gerade bei den Themen Natur, Boden und Wasser besonders wichtig.

Informieren und vernetzen

Um sich zu dem Thema weiter zu vernetzen, finden im Herbst fünf Schutzgebietsnetzwerk-Workshops in den Hauptregionen statt. Dabei sind LandnutzerInnen, Gemeinden, SchutzgebietsbetreuerInnen und alle interessierten Personen eingeladen, aktuelle Herausforderungen in der Erhaltung der Schutzgebiete zu diskutieren. Ein Thema wird dabei die verstärkte Kooperation zwischen Gemeinden, Landwirtschaft und Naturschutz im Schutzgebietsnetzwerk sein. Neue Projekte und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit können bei diesen Veranstaltungen entwickelt werden.

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