Nationalpark Thayatal feiert 20. Geburtstag

Am 1. Jänner 2000 wurde der Nationalpark Thayatal eröffnet. Hier kann sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen und ohne menschliche Eingriffe entfalten.

Nationalpark Thayatal

Der Nationalpark Thayatal wurde im Jahr 2000 gegründet. Gemeinsam mit seinem tschechischen Partnerpark Podyji ist er Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Das Thayatal ist eine der eindrucksvollsten Landschaften in Niederösterreich. Steile Felswände wechseln mit sanften Wiesen, natürliche Laubwälder, eine vielfältige Pflanzenwelt und eine faszinierende Tierwelt prägen das Bild. Mit mehr als 90 Prozent Waldfläche ist das Thayatal ein ausgesprochener Wald-Nationalpark.

Naturschutz über die Grenzen hinaus

Gemeinsam mit dem tschechischen Nationalpark Podyji erstreckt sich entlang des gewundenen Laufes der Thaya eine ursprüngliche Naturlandschaft. Geschützt durch die Lage im Sperrgebiet am ehemaligen Eisernen Vorhang konnten sich hier Fauna und Flora ungestört entwickeln. Mit ein Grund für die Artenvielfalt sind die unterschiedlichen geologischen Bedingungen und ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen. Schwarzstörche, Smaragdeidechsen, Fischotter und der scheue Uhu haben hier ein Refugium gefunden.

Lebensraum für seltene Arten

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont die Bedeutung dieses Naturschatzes für Niederösterreich: „Der Nationalpark Thayatal garantiert den Schutz einer der schönsten und artenreichsten Tallandschaften. Kaum anderswo gibt es auf engstem Raum eine vergleichbare Vielfalt an Pflanzen und Tieren, wie hier an der Thaya. Die Natur kann sich ungestört ohne den Einfluss des Menschen entwickeln. Auch als ausgestorben gegoltene Seltenheiten wie Elch und Wildkatze wurden im Nationalpark gesichtet.“

Forschung ist eine wichtige Aufgabe für einen Nationalpark

Vor der Gründung des Nationalparks im Jahr 2000 prägte die Forstwirtschaft die Region. Dort, wo an ungeeigneten Standorten Nutzwälder gepflanzt wurden, versuchen die MitarbeiterInnen des Nationalparks, heimische Baumarten zu fördern. In anderen Bereichen wird lediglich beobachtet, wie sich Vegetation und Tierwelt weiter entwickeln. Forschung ist eine wichtige Aufgabe der Nationalparks, weil daraus Rückschlüsse auf die natürlichen Prozesse gewonnen werden können.

Nationalparkhaus Thayatal

Das Nationalparkhaus Thayatal wurde 2003 eröffnet. Es bietet Information, Serviceeinrichtungen und ein Restaurant. Es ist Ausgangspunkt für viele Veranstaltungen im Nationalpark.

Natur hautnah erleben

Der Nationalpark Thayatal ist kein Sperrgebiet. Der natürliche Reichtum des rund 13 Quadratkilometer großen Gebietes ist für jede und jeden hautnah zu erleben. Auf gut markierten Wanderwegen lässt sich das Grenzgebiet erkunden, bei einer Radtour kann man sich einen guten Überblick über das Gebiet verschaffen und bei geführten Wanderungen erfahren die BesucherInnen Geheimnisse und Informationen über Natur und Lebewelt.

Info und Action im Nationalparkhaus

Das Nationalparkhaus bei Hardegg wurde 2003 errichtet. Der moderne Bau wird von Holz und Glas dominiert und darf jedes Jahr rund 25.000 Gäste begrüßen. Das Haus bietet unter anderem eine Info-Stelle, den Nationalpark-Shop und das Café-Restaurant Nationalpark Thayatal. Die Ausstellung „Naturgeschichten“ und ein Film über den Nationalpark vermitteln einzigartige Eindrücke. Auf die jungen Besucher warten ein Abenteuerspielplatz und ein Kriechtunnel in das Wildkatzengehege, wo sie den wilden Samtpfoten Frieda und Carlo Aug‘ in Aug‘ gegenüber stehen können.

Investitionen in die Zukunft

Der Nationalpark Thayatal setzt aber auch Maßnahmen für den Klimaschutz. Das 2019 fertiggestellte Wildkatzen Camp wurde mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Gemeinsam mit der bereits bestehenden Anlage deckt sie den Strombedarf des Nationalparkhauses und speist eine Stromtankstelle, bei der die BesucherInnen ihr Elektroauto laden können. Der Strom dient dazu, im Sommer für bis zu 60 Schüler Warmwasser zu erzeugen und im Winter, wenn das Camp geschlossen ist, das Gebäude auf Mindesttemperatur zu halten. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Der Nationalpark Thayatal ist nicht nur ein Hotspot der Biodiversität. Mit seiner PV-Anlage ist er auch Vorreiter für aktive Maßnahmen im Bereich Klimaschutz. Die Nationalpark-Mitarbeiter sind nun mit Solarstrom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage zu Besprechungen und anderen Terminen unterwegs.“

20 Jahre auf dem Weg zur Wildnis

Mit diesem Jahresschwerpunkt feiert der Nationalpark Thayatal Geburtstag. Mit zahlreichen Veranstaltungen sind die BesucherInnen eingeladen, sich von der wilden Natur des Thayatales bezaubern zu lassen. Alle Infos dazu finden Sie im neuen Jahresprogramm für 2020.