Nationalpark Donau-Auen soll wachsen

25 Jahre nach der Gründung ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, der Park könnte weiterwachsen.

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Wiens Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky, Direktorin Edith Klauser, ein Nationalparkranger, Umweltministerin Leonore Gewessler und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bestaunen eine Sumpfschildkröte.

(04.10.2021/ MF) Im Schloss Orth an der Donau wurde der 25. Geburtstag des Nationalparks Donau-Auen gefeiert. Als einer von sechs Nationalparks Österreichs ist er mit seiner Lage zwischen den Großstädten Wien und Bratislava in der Slowakei einzigartig.

Reich der Sumpfschildkröte

Die Donau-Auen entwickelten sich zu einem Rückzugsgebiet für seltene Tierarten wie den Seeadler, der als Brutvogel in der Region als ausgestorben galt. Heute fliegen im Nationalpark wieder sechs Brutpaare. Die Population der Sumpfschildkröte gilt als die letzte intakte in Europa. Das Gebiet beherbergt einen Bestand von rund 2.000 Tieren.

Fast 2.000 Hektar sind noch nicht ausgeschöpft

Bei der Gründung am 27. Oktober 1996 war eine Ausdehnung von 11.500 Hektar geplant, eine Größenordnung, die noch nicht ausgeschöpft ist. Mit einer aktuellen Größe von 9.600 Hektar hat der Nationalpark Potenzial zu wachsen. Damit können weitere wertvolle Flächen in diese großartige Auenlandschaft integriert werden. Gespräche werden geführt, konkrete Zeiträume gibt es aber noch nicht. Für Nationalparkdirektorin Edith Klauser bieten sich vor allem Regionen am südlichen Donauufer als mögliches Erweiterungsgebiet an.

Auenlandschaft zwischen den Metropolen

Die Naturbrücke zwischen den Großstädten entwickelte sich auch zum beliebten Ausflugsgebiet für die Menschen der Region. Für die Millionenstadt Wien sind die Donau-Auen neben dem Wienerwald ein ganz wichtiges Grünareal. Für LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist die Naturvermittlung neben dem Naturschutz die wichtigste Aufgabe im Nationalpark. „Gerade in den schwierigen Zeiten der Pandemie haben wir gesehen, dass die Natur ein Rückzugsraum war und diese Einfachheit und Stille auch viel Lebenskraft gegeben hat“, so Pernkopf. In Niederösterreich wurde der Spittelauer Arm der Donau bei Hainburg erst kürzlich wieder an den Donaufluss angebunden. Es ist eines von sieben laufenden Projekten, mit denen auf natürliche Art wieder mehr Wasser in die Au gebracht werden soll. Damit entsteht ein Rückzugsraum für Mensch und Tier, der in den kommenden Jahren noch weiterwachsen soll.