Narzissen- und Orchideenwiesen im Ybbstal

Die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung zum Schutz einzigartiger Narzissen- und Orchideenwiesen soll die Maßnahmenplanung mit den Landwirten ergänzen.

Orchideenwiese bei Lunz

Im Juni sind die Wiesen im Ybbstal von einer dichten Decke aus leuchtenden Narzissenblüten überzogen.

Hollenstein an der Ybbs, Göstling an der Ybbs, Lunz am See und Opponitz setzen in einem Kooperationsprojekt mit der LEADER Region Eisenstraße NÖ und der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ (eNu) durch die Erarbeitung von bewusstseinsbildenden Maßnahmen auf den Erhalt dieser artenreichen Naturschätze.

Farbenprächtiges Blütenspektakel im Frühjahr

Herrlich riechende Wiesen prägen die Landschaft im südlichen Teil der Eisenstraße. Der Blühreigen beginnt im März oder April, wenn die ersten Krokusse ihre Köpfe aus der Erde stecken, gefolgt von königsblauen Enzianen und seltenen Orchideen. Mit der Blüte tausender Narzissen im Juni erreicht das Naturschauspiel im Ybbstal jedes Jahr seinen Höhepunkt. Die artenreichen Wiesen sind Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Für ihren Erhalt müssen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus eng zusammenarbeiten. Außerdem bedarf es mehr Bewusstsein in der Bevölkerung.

Landwirte sind wichtige Partner

Ein naturschutzfachliches Projekt zur Sicherung der Narzissen- und Orchideenwiesen im Ybbstal wurde bereits im Vorjahr über die Schutzgebietsbetreuung NÖ der eNu ins Leben gerufen. FördergeberInnen sind die Europäischen Union und das Land Niederösterreich. Die Auswahl der für den Naturschutz wichtigen Flächen trafen die ProjektpartnerInnen gemeinsam mit den Landwirten und Experten aus der Region. Nach der naturschutzfachlichen Erhebung der Grünlandflächen werden jetzt gemeinsam mit den Landwirten Vorschläge für deren Erhalt ausgearbeitet. Es sollen Anreize geschaffen werden, wertvolle Flächen wieder in artenreiche Wiesen umzuwandeln.

Narzisse

Herrlich vielfältige Wiesen prägen die Landschaft im südlichen Teil der Eisenstraße. Jetzt soll in der Bevölkerung mehr Bewusstsein dafür entstehen.

Beispielhafte Zusammenarbeit mit Gemeinden

Ein Teil der Wiesen ging in den letzten Jahrzehnten durch Intensivierung und Strukturwandel in der Landwirtschaft verloren. Wegen der sorgsamen, oft sehr mühevollen Bewirtschaftungsweise der Landwirte konnten im Ybbstal dennoch einige der wertvollen Gründlandflächen erhalten bleiben. Die beispielhafte Unterstützung durch die Projektgemeinden und die Leaderregion Eisenstraße NÖ sowie die gute Kooperation mit den Landwirten hilft, den Schutz dieser Lebensräume auf breiter Basis zu verankern.

Wissen soll Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen

Welche besonderen Pflanzen wachsen auf den Wiesen, welche Tiere leben dort und wie verhält man sich richtig auf den schützenswerten Flächen? Antworten auf diese und weitere Fragen erarbeiten die Gemeinden jetzt gemeinsam mit der LEADER Region Eisenstraße NÖ im Rahmen eines gerade gestarteten, bewusstseinsbildenden Projektes. Die Bevölkerung wird zukünftig über regionale Medien, Social Media-Kanäle und mittels eigens aufbereiteter Broschüren informiert. Um bereits die Jüngsten im Ybbstal für die Natur vor ihrer Haustür zu begeistern, werden bis zum Herbst Unterrichtsmaterialien für die Schulen erstellt.

Schaufensterwiesen und geführte Wanderungen

Im nächsten Frühjahr wollen die ProjektpartnerInnen "Schaufensterwiesen" mit Infotafeln errichten. Auf den Tafeln sollen die botanischen Besonderheiten der prachtvollen Wiesen vorgestellt werden. Auch geführte Wanderungen sind für das nächste Jahr geplant.