Mehr Wildnis für die Wachau

Das seit 2015 laufende LIFE-Projekt "Auenwildnis Wachau" wird um zwei Jahre verlängert.

Life Projekt Wachau

Staatssekretär Magnus Brunner, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und EU-Ministerin Karoline Edtstadler bekamen von Gerald Zauner einen Einblick in den Fischbestand der Donau.

Die Revitalisierung der Auenwildnis an der Donau soll zahlreichen seltenen Tierarten einen neuen Lebensraum bieten. Die Naturräume entlang der Donau sind stark gefährdet.

Bessere Strukturierung der Donau

Mit den Maßnahmen soll der Hauptstrom durch Schaffung von Kiesbänken besser strukturiert werden. Wasservögel können auf den neuen Schotterflächen brüten und rasten. In den vorgelagerten Seichtzonen finden viele Donaufische Laichmöglichkeiten und Schutz.

Naturjuwel am blauen Strom

Mit der Anbindung der Altarmreste an die Donau bekommen Fische wie Brachse, Hecht und Wildkarpfen ihre saisonalen Lebensräume wieder zurück. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont den Mehrfachnutzen gewässerökologischer Projekte: „Damit geben wir Flüssen wieder mehr Platz. Sie sind Naherholungsraum für Menschen, Lebensraum für seltene Arten und Retentionsraum im Hochwasserfall.“

Neues Naturschutzgebiet

Die Schönbühler Insel wurde im Rahmen des Projekts zum 75. Naturschutzgebiet in Niederösterreich erklärt. Hier sollen vor allem die autochthonen Weiden-Auen erhalten werden. Das Gebiet umfasst eine reine Naturzone, in der menschliche Eingriffe nicht erlaubt sind, und eine Pufferzone.

Schoenbuehler Insel

Die Schönbühler Insel ist das 75. Naturschutzgebiet in Niederösterreich.

LIFE-Projekt wird um zwei Jahre verlängert

Die Wasserqualität der Donau ist zwar gut und die Fischvielfalt mit 65 Arten einmalig. Dennoch ist die Artenvielfalt an Unterwasserbewohnern im Flussabschnitt zwischen Krems und Melk noch zu gering. Ändern soll sich das durch das LIFE-Projekt „Auenwildnis Wachau“, an dem seit 2015 gearbeitet wird. Es ist eines von 28 LIFE-Projekten, die in NÖ umgesetzt werden oder wurden. Nun soll das Projekt in die Verlängerung gehen.

Neue Lebensräume für Jungfische

Eines der Hauptziele der „Auenwildnis Wachau“ ist mit der Schaffung eines neuen Nebenarmes bereits erreicht. Dabei wurden auch Stillwasserbereiche, Buchten und kleinräumige Uferstrukturen erhalten bzw. neu errichtet. Durch die Revitalisierung solcher Nebenarme sollen Fische neuen Lebensraum bekommen. Notwendig ist das, weil gerade Jungtiere durch den Wellenschlag des Schiffsverkehrs gestört werden.

Artenschutz in der Au

Daneben wurden im Rahmen eines umfassenden Amphibienschutzkonzepts mehr als 50 Laichgewässer für Amphibien angelegt. Mit temporären Tümpeln, die nur zu bestimmten Zeiten Wasser führen, sollen gefährdete Arten wie der Donau-Kammmolch und die Gelbbauchunke gefördert werden. Die in der Wachau heimische Schwarzpappel soll durch den Schutz von Altbäumen und die Pflanzung von Sämlingen wieder einen Lebensraum bekommen. Für den seltenen Seeadler werden Horstschutzzonen und Kunsthorste geschaffen.