Kopfweidenpflege auf den Zayawiesen

Gemeinsam mit der Stadtgemeinde Mistelbach werden alljährlich die bedeutenden Kopfweidenbestände im Naturdenkmal gepflegt.

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Die Kopfweiden auf den Zayawiesen sind Heimat des seltenen Eremit.

Kopfweiden sind seit jeher Bestandteil der alten Kulturlandschaft des Weinviertels. Sie waren einst eine wichtige Rohstoffquelle zum Korbflechten und als Brennholz. Nachdem vor allem für die Korbherstellung kein Bedarf mehr besteht, geriet der regelmäßige und notwendige Rückschnitt der Bäume ins Hintertreffen.

Kulturgut und Lebensraum werden gesichert

Damit die Stämme durch die Last der starken Äste nicht zerbrechen, werden sie nun durch die Gemeinde Mistelbach zurückgeschnitten. Als Nebeneffekt entstehen in den oft mächtigen Stämmen wichtige Lebensräume für Tierarten, die auf höhlenreiche Bäume angewiesen sind. Auf den Zayawiesen besonders hervorzuheben ist der Eremit, eine EU-weit geschützte Käferart, die nur im Inneren besonders alter und dicker Bäume überleben kann. Seine Larven benötigen oft viele Jahre, bis sie sich zum fertigen Käfer entwickeln.

Schnittmaterial sinnvoll einsetzen

Um die Kopfweiden in eine regelmäßige Pflege überführen zu können, begab man sich auf die Suche nach möglichen Partnern. Es kam zu ersten Kooperationen mit einer Initiative zum Korbflechten aus Drösing sowie dem Institut für Ingenieurbiologie der Universität für Bodenkultur Wien. Es besteht also Grund zur Hoffnung, dass das alte Kulturgut Kopfweide auch eine Zukunft im Weinviertel hat.

Ein Projekt der NÖ Schutzgebietsbetreuung, die von der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ koordiniert wird. Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung des Landes Niederösterreich und der Europäischen Union durchgeführt.

Text: Manuel Denner