Menübild Knigge

Muss ich Salz streuen?

Nein, in vielen Gemeinden und Städten gilt sogar ein Salzstreuverbot.

Salz darf nur unter bestimmten Bedingungen verwendet werden. Meist genügen die mechanische Räumung und das Streuen von Splitt oder Sand. Auftauende Mittel sollten nur an gefährlichen Stellen bei Glatteis eingesetzt werden.

Mit dem ersten Schneefall beginnt nun auch die Zeit des Schneeräumens auf Gehsteigen und Wegen. Häufig kommt hier viel bedenkliche Chemie zum Einsatz, wie zum Beispiel Streusalz. Salzstreuen ist besonders beliebt, weil es unkompliziert und zeitsparend ist, doch das Auftaumittel hat sehr viele Nachteile.

Streusalz verliert seine auftauende Wirkung bei Temperaturen ab etwa -10 °C, schadet Bäumen, Tierpfoten und Autokarosserien und belastet Gewässer sowie Grundwasser. Außerdem führt die Verwendung von Streusalz zu erhöhter Aminosäurekonzentration in den Blättern von Bäumen, was wiederum zu Blattlausbefall führen kann.

Unser Naturland-Tipp

Das effizienteste Mittel gegen Unfälle auf Gehwegen ist das schnelle und gründliche Entfernen des frisch gefallenen Schnees. Häufig reicht hier eine einfache Räumung mit Besen oder Schneeschieber. Sollte es dennoch rutschig sein, verwenden Sie am Besten Splitt aus Dolomit oder Basaltgestein.

An besonders  gefährlichen Stellen, wie Treppen und Stiegen, kann beispielsweise Kaliumcarbonat, das auf Blähton aufgetragen wird, eingesetzt werden. Denn hier ist das Auftaumittel genau dosiert und gezielt eingesetzt und der Blähton bietet zusätzlich eine mechanische Rutschhemmung.

Aufschriften auf Streusalzpackungen wie „schont Hundepfoten“, „schädigt keine Bäume oder Pflanzen“ oder „salzfrei“ sind reine Werbung und nicht realistisch.

Das sagt das Gesetz

Gehwege und Gehsteige im Siedlungsgebiet müssen zwischen ca. 6 - 22 Uhr begehbar sein. Bei Schnee und Glatteis müssen die EigentümerInnen die Gehwege und auch den Grund, der bis zu drei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt ist, räumen und streuen. Wenn kein Gehsteig vorhanden ist, muss der Straßenrand in 1 m Breite freigelegt werden.

Passiert durch schlechte oder fehlende Räumung etwas, können HausbesitzerInnen für Schäden haftbar gemacht werden. Die Schuldfrage klärt in jedem Fall ein Gericht. Wer aber gründlich geräumt und bei Glätte auch gestreut hat, hat gute Chancen im Schadensfall nicht belangt zu werden.

HausbesitzerInnen sind übrigens auch dafür verantwortlich, das Dach von Schneelast und Eis zu befreien. Warnschilder vor Dachlawinen aufzustellen, gilt lediglich als Sofortmaßnahme, ist aber kein Ersatz für eine Räumung.

Manche Gemeinden und Städte haben eine Winterdienstverordnung. Diese regelt die Räumzeiten und Räumbreiten sowie die eingesetzten Streumittel. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde!

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen