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Darf ich Zweige einfach abschneiden?

Das Pflücken für den persönlichen Bedarf ist im Ausmaß eines Handstraußes erlaubt.

Wild wachsende Pflanzen sind in Niederösterreich grundsätzlich geschützt. Sie dürfen nicht mutwillig beschädigt oder vernichtet werden. Das NÖ Naturschutzgesetz kennt im § 17 jedoch die sogenannte „Handstrauß-Regel“. Das Pflücken für den persönlichen Bedarf ist im Ausmaß eines Handstraußes erlaubt, das ist eine Pflanzenmenge, deren Stängel von Daumen und Zeigefinger umfasst werden können.

Fichten- und Tannenäste für Dekorationszwecke oder Barbarazweige dürfen also in dem beschriebenen Ausmaß geschnitten werden. Ausgenommen sind davon Pflanzen, die unter speziellem Schutz stehen. Enzian, Küchenschellen oder Adonisröschen zu pflücken, ist verboten!

Unser Naturland-Tipp

Trotzdem gilt auch bei nicht explizit geschützten Arten, die Bestände nicht unnötig zu belasten. Dazu gehört auch der richtige Schnitt der Zweige. Am besten eignen sich ein scharfes Messer oder eine Gartenschere.

Reißen Sie die Zweige nicht einfach ab, dadurch kann die gesamte Pflanze geschädigt werden. Gerade im Spätherbst und Winter fallen im Garten durch das Verjüngen und Schneiden von Sträuchern genug Naturmaterialien an. Achten Sie auch darauf, ob Vogelnester vorhanden sind. Viele Vogelarten bewohnen ihre Nester über mehrere Jahre.

Barbarazweige sind Zweige von Obstbäumen, aber auch Birken, Rosskastanien und Forsythien, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem Gedenktag der Hl. Barbara, geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden. Der Brauch geht auf eine Überlieferung zurück, nach der die Hl. Barbara auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängenblieb. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde. Im Volksglauben bringt das Aufblühen der Barbarazweige Glück im kommenden Jahr.

Das sagt das Gesetz

Eine Liste der vollkommen oder teilweise geschützten Pflanzen findet sich in der NÖ Artenschutzverordnung. Zu beachten sind aber auch privatrechtliche Bestimmungen. Ohne Einverständnis des Eigentümers oder der Eigentümerin ist jedes Sammeln auf fremdem Grund verboten. Somit also Vorsicht beim Schneiden von Ästen in Parks und Schutzgebieten.

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