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Darf ich Erde für meinen Garten in der Natur sammeln?

Nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Grundeigentümer. In Schutzgebieten gelten meist generelle Verbote.

Unser Naturland-Tipp

Im NÖ Naturschutzgesetz § 11 ist festgehalten, dass in Naturschutzgebieten jeder Eingriff in das Pflanzenkleid oder Tierleben und jede Änderung bestehender Boden- oder Felsbildungen verboten ist. Weiters ist auch das Betreten außerhalb der gekennzeichneten Wege und Bereiche untersagt. Somit ist auch die Entnahme von Boden und Humus in diesen Gebieten nicht gestattet. Eine ähnliche Regelung besteht auch im NÖ Nationalparkgesetz, wo nach § 5 in Naturzonen jeder Eingriff in die Natur und in den Naturhaushalt sowie jede Beeinträchtigung des Landschaftsbildes verboten ist. Naturgemäß besteht dieses Verbot auch im einzigen Wildnisgebiet in Niederösterreich am Dürrenstein bei Lunz.

Im Forstgesetz 1975 ist die Nutzung des Waldes für Erholungszwecke festgehalten, wonach Jede und Jeder den Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten darf. Alle darüber hinausgehenden Aktivitäten sind nur mit Genehmigung der Besitzerin/des Besitzers zulässig. Weiters sind alle Entnahmen von Erde oder Bodenmaterial auf Privatgrund nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Grundeigentümerin/des Grundeigentümers erlaubt.

Gefährdeter Lebensraum Hochmoor

Torf ist im Gartenbau sehr begehrt und wurde Jahrhunderte lang als Heizmaterial und Dünger verwendet. Doch werden Hochmoore einmal entwässert, sind sie für immer zerstört. Eine Regeneration in absehbarer Zeit ist nicht möglich. In Österreich sind nur mehr rund 10 Prozent der ursprünglich vorhandenen Moorlandschaften erhalten.

Hochmoore sind komplexe Feuchtgebiete, die sich im Laufe von Jahrtausenden entwickelt haben. Sie bestehen hauptsächlich aus Torfschichten, die sich nur sehr langsam unter Luftabschluss aus wenig zersetzten Pflanzenresten bilden. Eine Entnahme von Torf aus natürlichen Mooren stellt daher einen gravierenden Eingriff in den Naturhaushalt dar.

Wer also auf der Suche nach Gartenerde ist, sollte darauf achten, dass es sich um torffreie Erde handelt. Produkte, die mit Gütesiegeln - wie dem Österreichischen Umweltzeichen oder dem Blauen Engel - gekennzeichnet sind, sollten bevorzugt werden.

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