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Darf ich Bachwasser zum Gießen meines Gartens verwenden?

Ja, wenn dabei keine besonderen Vorrichtungen benutzt werden.

Das sagt das Gesetz

Die rechtliche Grundlage für viele Fragen rund ums Wasser stellt das Wasserrechtsgesetz 1959 dar (WRG 1959). Darin werden die Benutzung der Gewässer, deren Schutz und Reinhaltung und der Schutz vor den Gefahren des Wassers behandelt. Der Gemeingebrauch an öffentlichen und privaten Gewässern wird im § 8 des Wasserrechtsgesetzes  geregelt.

Unser Naturland-Tipp

Niederösterreich ist ein wasserreiches Land. In vielen Regionen ist es daher üblich, den Garten zumindest teilweise mit Wasser aus einem öffentlichen Oberflächengewässer zu gießen. Doch wie ist die Entnahme von Wasser aus einem Fluss, Bach oder einem See überhaupt geregelt?

Im österreichischen Wasserrechtsgesetz gibt es den Begriff des Gemeingebrauchs, womit der gewöhnliche Gebrauch von öffentlichen Gewässern unter bestimmten Voraussetzungen ausdrücklich erlaubt ist. Es dürfen dafür allerdings keine besonderen Vorrichtungen wie Pumpen, Entnahmevorrichtungen oder sonstige Geräte oder Bauwerke verwendet werden. Außerdem darf es zu keiner Gefährdung des Wasserlaufes und der Beschaffenheit des Wassers kommen. Es ist auch darauf zu achten, dass kein anderes Recht verletzt oder öffentliches Interesse beeinträchtigt wird.

Zum Gemeingebrauch an Gewässern zählen unter anderem das Baden und Eislaufen, das Gewinnen von Pflanzen, Schlamm, Erde, Sand, Schotter und Steinen sowie das Tränken und Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen. Dafür ist keine Bewilligung im Sinne des Wasserrechts erforderlich.

Gleiches gilt übrigens auch für private Gewässer. Die Besitzerin oder der Besitzer darf das Gewässer im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen benutzen. Der Gebrauch des Wassers privater Flüsse, Bäche und Seen zum Tränken und Schöpfen mit Handgefäßen ist allen unentgeltlich gestattet, sofern es dadurch zu keinem Eingriff in private Rechte kommt. Es empfiehlt sich aber bei der Entnahme von Wasser aus privaten Gewässern, vorab das Einverständnis der Gründeigentümerin/des Grundeigentümers einzuholen.

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