Klimaschonende Bewässerung

Das Land NÖ und die Landwirtschaftskammer NÖ haben ein Kompetenzzentrum für Bewässerung gegründet.

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Im neu geschaffenen Kompetenzzentrum in Deutsch-Wagram soll Knowhow aus Wasser- und Landwirtschaft gebündelt werden, um neue Bewässerungs-Projekte zu planen. Dabei geht es um die Erforschung innovativer Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden, um damit Gemeinden und Landwirte zu beraten. Dafür werden in den nächsten beiden Jahren etwa 360.000 Euro investiert.

Trockenheit als Herausforderung für die Landwirtschaft

Die häufiger werdenden Trockenperioden stellen die Landwirtschaft vor große Probleme. Damit ist auch die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln in Gefahr. Mit dem neuen Kompetenzzentrum, das im Gebäude der Marchfeldkanalgesellschaft untergebracht ist, will man dem entgegenwirken. Im Vordergrund steht dabei eine schonende und wassersparende Bewirtschaftung der Felder in Form von reduzierter Bodenbearbeitung, Anbau von Begrünungen oder verschiedensten Maßnahmen zum Erosionsschutz.

Erste Anlaufstelle für Bäuerinnen und Bauern

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Dieses Kompetenzzentrum soll die erste Anlaufstelle für Bewässerungsprojekte sein. Schon bisher können wir in Niederösterreich rund 100.000 Hektar bewässern, das wollen wir zukünftig noch weiter ausbauen. Bäuerinnen und Bauern erhalten hier Unterstützung bei der Prüfung der Realisierbarkeit von Bewässerungsprojekten, bei pflanzenbaulichen und betriebswirtschaftlichen Fragen oder bei rechtlichen und finanziellen Fragen.“

Bewässerung

Der Bedarf an Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen nimmt durch die Trockenheit enorm zu.

Schwerpunkt auf Forschung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Forschung. Es sollen dafür Pilotprojekte und Studien durchgeführt werden, um Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden zu optimieren, Abschwemmungen von fruchtbaren Böden zu verhindern und den Wasserhaushalt des Bodens langfristig zu verbessern. Dafür wird auch mit Experten der Universität für Bodenkultur, des Wirtschaftsforschungsinstituts und der Agentur für Ernährungssicherheit zusammengearbeitet.

56 Millionen Euro werden investiert

In den nächsten drei Jahren sollen 60 Bewässerungsprojekte im Umfang von 56 Millionen Euro umgesetzt werden. Darunter sind Projekte in Zissersdorf, Groß-Enzersdorf, Angern an der March, Krems, Stetteldorf oder Waldkirchen an der Thaya. Dabei werden etwa bestehende Diesel-Aggregate für die Bewässerung elektrifiziert und durch erneuerbare Energie ersetzt.

Pilotprojekt zu Tröpfchenbewässerung im Pulkautal

Die ersten Forschungsprojekte sind schon geplant. Im Pulkautal, wo nur wenig Grundwasser verfügbar ist, soll im Rahmen eines Pilotprojekts zur Tröpfchenbewässerung Oberflächenwasser in Retentionsbecken gespeichert und für die Weingärten genutzt werden. Ein weiteres Forschungsprojekt wird bei Waldland in Friedersbach, dem größten Schnittlauch-Produzenten Europas, stattfinden, wo Spezialkulturen mit hoher Wertschöpfung im Mittelpunkt stehen. Auch hier soll künftig auf Bewässerung gesetzt werden, um die geforderten Qualitäten liefern und den Anbau absichern zu können.