Klimaerwärmung gefährdet Vogelbestände

Durch die frühere Eiablage bekommen die Küken zu wenig Nahrung in Form von Insekten. Neue Studien belegen diese fatale Entwicklung.

Porträt eines Gelbschopflunds

Gelbschopflunde finden aufgrund der Klimaerwärmung zu wenig Nahrung im arktischen Meer.

(30.11.2020) Die Pribilof-Inseln in der Beringsee, knapp 400 Kilometer nördlich der Aleuten, waren 2016 Schauplatz eines Massensterbens. Tausende Gelbschopflunde und Schopfalken starben offenbar an Unterernährung.

Bewohner der arktischen Meere

Diese beiden Mitglieder der Familie der Alkenvögel kommen ausschließlich auf der Nordhalbkugel vor und haben normalerweise keine Schwierigkeiten, sich und den Nachwuchs durch Tauchgänge im arktischen Meer zu versorgen. Gelbschopflunde, die über 80 Prozent der verendeten Tiere ausmachten, leben als Erwachsene größtenteils von Zooplankton, ihre Jungen füttern sie mit Fisch.

Zu wenig Nahrung zu einem heiklen Zeitpunkt

Ein Forschungsteam entdeckte nun Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Erderwärmung. Die meisten verendeten Vögel befanden sich im Gefiederwechsel, was ihren Nährstoffbedarf erhöht. Durch einen Anstieg der Wassertemperaturen kam es aber zu Veränderungen des Planktons und der Verteilung von Fischen. Diese Verschiebung des Nahrungsangebots während der Mauser könnte den Vögeln zum Verhängnis geworden sein.

Junge Schwalben warten auf einem Dach auf Futter.

Auch heimische Jungschwalben bleiben durch die fehlenden Insekten im Frühjahr hungrig.

Klimawandel überrascht die Natur

Die Natur ist zwar durchaus flexibel, kommt der Wandel aber zu schnell, dann wird die Anpassung an die neuen Verhältnisse zu einem Überlebenskampf. Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich mittlerweile auch in unseren Breiten. Forscher beobachteten am Beispiel nordamerikanischer Sumpfschwalben, dass das Brutverhalten vieler Vögel nicht mehr mit den rasanten jahreszeitlichen Veränderungen mithalten kann. Sumpfschwalben orientieren sich bei ihrer Brutzeit wie die meisten Vogelarten an den steigenden Temperaturen. Die Küken schlüpfen normalerweise zu einer Zeit, wenn das Angebot an Fluginsekten den Hunger der vier bis sechs Jungen zu stillen vermag.

Klimawandelanpassung mit fatalen Folgen

Die Schwalben haben aber ihre Brutzeit mittlerweile deutlich vorverlegt. Diese Anpassung an den Klimawandel hat fatale Folgen für den Nachwuchs. Ein früherer Beginn der Brutzeit geht mit oft ungünstigem Wetter einher, was wiederum Einfluss auf das Nahrungsangebot in Form von Insekten hat. Viele Jungtiere kommen nicht durch, was sich am schnellen Schwund der insektenfressenden Vögel wie Schwalben, Mauersegler, Fliegenschnäpper und Ziegenmelker auch bei uns ablesen lässt.