Klima im Wandel

Hitzewellen im Sommer, Schneemassen im Winter. Unser Klima wird extrem. Meteorologen sehen in den Wetterkapriolen ein Muster.

So viel Schnee wie zu Beginn dieses Jahres gab es schon lange nicht. Ganze Täler und Bergregionen waren über Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Helfer und Helferinnen nahmen den Kampf gegen die Schneemassen auf. In Österreich waren allein in den ersten beiden Jänner-Wochen 18 Lawinentote und Sachschäden in Millionenhöhe zu beklagen.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont die hohe Priorität des Klimaschutzes. "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass der Klimawandel die Menschen vor Herausforderungen stellt. Niederösterreich leistet mit seinen Maßnahmen zum Klimaschutz einen wichtigen Beitrag, um dieser Entwicklung entgegen zu steuern."

Ein Jänner für die Geschichtsbücher

Auffallend ist die unterschiedliche Verteilung der Niederschläge. Während der Norden, der Osten und teilweise auch der Westen des Landes im Schnee versinken, müssen die Skigebiete in Kärnten mit knapp einem Meter der weißen Pracht das Auslangen finden.

Rekordreicher Mai 2018

Die Sommermonate hingegen konfrontieren uns mit ungewöhnlich langen Hitzewellen. Der vergangene „Wonne-Monat“ war mit 2,6° Celsius über dem Durchschnitt der wärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1868. Auch hier zeigen sich große Unterschiede bei den Regenmengen. Kärnten und die südliche Steiermark bekamen um bis zu 75 Prozent mehr Niederschläge als gewohnt ab. Teile von Salzburg und vor allem Oberösterreich kämpften hingegen mit extremer Trockenheit. In Linz waren es im Mai 2018 gerade mal 20 Millimeter Regen. Normal fallen hier fast 80 Millimeter.

Niederösterreich vom Wetterchaos betroffen

Selbst ältere Semester können sich an so einen Winter nicht erinnern. Fünf Meter Schnee ließen im Jänner am Hochkar alles still stehen. Das beliebte Skigebiet in den Göstlinger Alpen musste für knapp zwei Wochen gesperrt werden. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: "Die Hilfskräfte haben Enormes geleistet. Durch ihren professionellen Einsatz konnte die Situation in den betroffenen Regionen rechtzeitig entschärft werden."

Im Sommer waren hingegen vor allem das Wein- und Waldviertel von lebensbedrohender Trockenheit betroffen. Zahlreiche Gemeinden mussten den Wasserverbrauch einschränken. Das Befüllen des Pools und teilweise auch die Gartenbewässerung aus der Ortswasserleitung waren untersagt.

Eine traurige Ausnahme oder doch ein Klima-Trend?

Wetterforscher glauben in den extremen Wetterphänomenen ein Muster erkennen zu können und haben auch gleich den Schuldigen entlarvt. Der sogenannte Jet-Stream soll die Ursache für die lang dauernden Kälte- und Hitzewellen sein. Diese Starkwindbänder entlang der Nordhalbkugel sind der Motor für das Wetter und die Wiege unserer Schlechtwettergebiete. Im Winter verläuft der Jet-Stream südlicher und bringt damit für Süd- und Mitteleuropa Schnee und Kälte.

Schneechaos und Dürreperioden werden zur Regel

Durch die hohen Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den Subtropen entstehen normalerweise starke Winde, die einen schnellen Wetterumschwung bringen. Die Erwärmung der Polargebiete durch den Klimawandel lässt diese Winde abflauen. Es kommt zu blockierenden Wetterlagen, die sich hartnäckig halten und die derzeit das Wetter in den Nordalpen dominieren. Zwei Wochen Dauerschneefall am Hochkar haben also durchaus einen globalen Aspekt.

Die Verlangsamung des Jet-Streams ist aber auch für die Trockenperioden in den Sommermonaten verantwortlich. Die länger anhaltenden Wetterphasen bringen Extreme mit sich. Dürrekatastrophen wie 2018 etwa in Schweden werden damit wohl leider zur Regel werden. Die Wetterforscher gehen mittelfristig von einer Zunahme der blockierenden Wetterlagen aus.

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