Kleiner Pirat gegen großes Artensterben

Eine unscheinbare Spinne ist ein Symbol für Erfolge im Artenschutz. Die Initiativen des Schutzgebietsnetzwerkes des Landes NÖ zeigen Wirkung.

Kleiner Pirat

Die Zayawiesen sind Lebensraum für den Kleinen Pirat, eine heimische Spinnenart.

Der Kleine Pirat, wissenschaftlich auf den Namen Piratula latitans getauft, ist eine wenige Millimeter große Wolfsspinne. Typische Lebensräume sind naturnahe Verlandungszonen, offene Gewässerufer und Feuchtwiesen. Die Art steht in Österreich auf der Vorwarnliste. Ein Verbreitungsgebiet in Niederösterreich sind die Zayawiesen in der Nähe von Mistelbach.

Schutzgebietsnetzwerk sichert Artenvielfalt

Das flächige Naturdenkmal beherbergt die letzten Reste einer ausgedehnten Feuchtwiesenlandschaft. Nach der Nutzung der Wiesen drohte der Verlust des Gebietes. Die Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen im Rahmen mehrerer Projekte des vom Land Niederösterreich initiierten Schutzgebietsnetzwerks sollen die Zayawiesen bewahren. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf zum Stellenwert dieser Maßnahmen: „Naturschutz in Niederösterreich bedeutet Verantwortung übernehmen für eine einzigartige Arten- und Lebensraumvielfalt im Zentrum Europas. Es ist eine große Herausforderung, Naturwälder, Feuchtgebiete, Trockenrasen, Moore und viele andere Ökosysteme für die künftigen Generationen zu erhalten und gleichzeitig unsere artenreiche Kulturlandschaft durch Bewirtschaftung zu bewahren.“

Weinviertel 2013 Pilotregion für Schutzgebietsnetzwerk

Um Perspektiven für die Pflege der Zayawiesen zu entwickeln, wurde mit lokalen AkteurInnen, VertreterInnen der Stadtgemeinde Mistelbach, BehördenvertreterInnen und den Grundeigentümern zusammengearbeitet. Im Frühjahr 2016 gelang es im Rahmen des Schutzgebietsnetzwerkes, regionale PächterInnen und BewirtschafterInnen für unbearbeitete Wiesenflächen und besonders wertvolle Standorte zu finden. Parallel dazu wurde ein übergeordnetes Pflegekonzept mit langfristiger Perspektive gemeinsam von der Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich und der Stadtgemeinde Mistelbach beauftragt.

Schutzgebietsbetreuung wirkt

Die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ organisiert und koordiniert die Zusammenarbeit der AkteurInnen zur Betreuung der Europaschutzgebiete, Naturschutzgebiete und flächigen Naturdenkmäler in Niederösterreich. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Neben rechtlichen Festlegungen ist die Schutzgebietsbetreuung die wichtigste öffentliche Aufgabe zur Erhaltung der Schutzgüter in Niederösterreich. Die enge Abstimmung zwischen der Naturschutzabteilung des Landes und den KoordinatorInnen in den fünf Hauptregionen Niederösterreichs ist das Grundgerüst des Schutzgebietsnetzwerkes.“

Zayawiesen

Die Zayawiesen sind ein Hotspot im Schutzgebietsnetzwerk des Landes NÖ.

Zayawiesen sind Hotspot der Artenvielfalt

Die Initiative Blühendes Österreich unterstützt Bäuerinnen und Bauern bei insektenfreundlichen Bewirtschaftsformen. Ein auf 11 ausgewählten landwirtschaftlichen Flächen durchgeführtes  zoologisches Monitoring zeigt, dass mit einfachen Maßnahmen und traditioneller Bewirtschaftung der Lebensraum für zahlreiche Insekten erhalten werden kann. Unter den 11 untersuchten Flächen in mehreren Bundesländern waren auch die Überschwemmungswiesen an der Zaya bei Mistelbach.

BirdLife Österreich und Blühendes Österreich starten Insektenmonitoring

Die gemeinsam mit BirdLife Österreich veröffentlichte Studie zeigt, dass sich die Form der Bewirtschaftung massiv auf die Artenvielfalt auswirkt. Insekten und Spinnen kommen dort vor, wo standortgerecht und nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet wird. Beim Monitoring konnten auch erstmals in Niederösterreich die Haken-Schilfspornzikade und die Schilf-Weichwanze nachgewiesen werden.

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