Klassenzimmer Natur

Lernen im Freien hat viele positive Effekte. Die NaturvermittlerInnen erweitern ihr naturpädagogisches Outdoor-Angebot.

Outdoor lernen

Das Klassenzimmer Natur bietet fächerübergreifendes, erlebnisorientiertes Lernen von komplexen Themen.

Pünktlich zum Schulstart hat das Bildungsministerium ein Corona-Konzept für den Unterricht vorgelegt. Dieses sieht so viel Unterricht wie möglich im Freien vor. Somit gewinnen neue Konzepte für Outdoor-Unterricht an Bedeutung.

Lernen im Freien hat viele positive Effekte

Neben verringertem Ansteckungsrisiko hat Lernen im Freien zahlreiche weitere positive Effekte auf Gesundheit und Lernvermögen von Kindern. Im Vergleich zum gewohnten Unterricht im Klassenzimmer stärkt der Aufenthalt in der Natur das Immunsystem, reduziert Stresshormone und fördert den Zusammenhalt der Klassengemeinschaft.

Erlebnisorientiertes Lernen von komplexen Themen

Gerade in Zeiten der Corona-Krise, die die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nachweislich beeinträchtigt hat, ist das besonders wertvoll. Das Klassenzimmer Natur bietet fächerübergreifendes, erlebnisorientiertes Lernen von komplexen Themen. Es bietet aber auch unmittelbares Erleben und weckt Emotionen. Erlerntes bleibt somit buchstäblich leichter hängen.

Erweitertes Naturvermittlungsangebot ab September verfügbar

Mit der ersten Lockerung der COVID-Maßnahmen im Mai starteten auch NaturvermittlerInnen wieder mit vielfältigen Gruppenangeboten an der frischen Luft in allen Bundesländern. Eine spezielle Fortbildungsinitiative, ins Leben gerufen vom Nationalpark Donau-Auen, der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, der Plattform Naturvermittlung, dem Umweltdachverband und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut, hat die NaturvermittlerInnen hinsichtlich notwendiger Vorsichtsmaßnahmen fit gemacht.

Jugendliche in Wiese

Das Lernen in der Natur bekommt durch die Corona-Krise größere Bedeutung.

Breites Angebot ab September

Gruppenveranstaltungen in der Natur sind besonders beliebt und werden stark nachgefragt. Aktuell können Schulen ab September bis zur Ampelstufe Orange alle naturpädagogischen Programme buchen und durchführen. Pünktlich zum Semesterauftakt im September bieten NaturvermittlerInnen in ganz Österreich wieder spezielle naturpädagogische Programme für Schulen an.

Unterstützung durch Nationalparks

Auch die Nationalparks wie etwa Thayatal und Donau-Auen  unterstützen die Initiative. Die MitarbeiterInnen haben in den vergangenen Monaten Erfahrungen mit kontaktlosen Führungen in kleineren Gruppen sowie mit der Organisation von Nationalpark-Camps für Kinder und Jugendliche sammeln können. Nun können sie ihre Angebote zum Erleben des Nationalparks unter den speziellen Bedingungen für Schulen anbieten.

Zahlreiche Angebote in den Naturparks

An Naturpark-Schulen wird die Wissensvermittlung in der Natur schon seit langem praktiziert. Das Naturpark-Netzwerk bietet Lehrerinnen und Lehrern bei der Umsetzung des Unterrichts Unterstützung an. Das neu erschienene Buch „Draußen unterrichten“ bietet erstmals Anleitungen für lehrplanbasierten Unterricht im Freien zu allen Fachbereichen für die 1. bis 8. Schulstufe. Auf der Website des Vereins Naturparke Österreichs gibt es außerdem zahlreiche Unterlagen zum Herunterladen.

Studie zu Wissen über Klima und Umwelt

Eine Studie mit mehr als 3.000 Fragebögen bescheinigt Jugendlichen aus unterschiedlichen Schulstufen ein gutes Wissen zu den Themen Klima und Energie, während Fragen aus dem Natur-Bereich zumeist auf Schwierigkeiten stießen. Die Umfrage kommt auch zu dem Schluss, dass Wissen zwar mit der Schulstufe steigt, umgekehrt das entsprechende Verhalten aber abnimmt. Das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln muss also noch steigen. Hier sind neue Methoden in der Umweltbildung gefragt.