Jugend sorgt sich um Umwelt

SOS Kinderdorf hat die größten Zukunftssorgen von Kindern und Jugendlichen erheben lassen. Ihre größte Angst gilt der Umwelt und dem Klimawandel.

Kinderumfrage der SOS Kinderdörfer

In der Umfrage unter 11- bis 18-Jährigen geben 85 Prozent an, dass ihre größte Sorge der Zukunft des Planeten Erde gilt.

(20.10.2020) In einer Umfrage unter 11- bis 18-Jährigen geben 85 Prozent an, dass ihre größte Sorge nicht der Corona-Krise, sondern der Zukunft des Planeten Erde und dem Klimawandel gilt. Umweltzerstörung und Klimawandel sind, unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildungsgrad und Wohnort, die häufigsten Sorgen.

Angst vor der Klimakrise

Junge Menschen sind durch Corona mit großen Unsicherheiten konfrontiert. Hier spielen nicht nur gesundheitliche Aspekte eine Rolle, sondern auch Sorgen um Ausbildung und Arbeitsmarkt sowie Einschränkungen im sozialen Umfeld. Umso bemerkenswerter ist es, dass Corona die Angst vor der Klimakrise nicht verdrängt hat. Das zeigt eine vom Institut für Jugendkulturforschung im Auftrag der SOS Kinderdörfer durchgeführte Umfrage.

85 Prozent glauben, dass wir die Erde zerstören

59 Prozent der Befragten befürchten, dass es in Zukunft öfter zu Pandemien kommen könnte. Die größte Angst machen aber mit 78 Prozent die Umweltverschmutzung und mit 75 Prozent der Klimawandel. 85 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass wir dabei sind, unseren Planeten zu zerstören. 88 Prozent meinen, dass beim Klima- und Umweltschutz gehandelt werden muss, bevor es zu spät ist. 72 Prozent finden, die Jungen müssen die Fehler der Älteren in den vegangenen Jahrzehnten ausbaden. Nur drei Prozent leugnen den Klimawandel.

Viele fürchten um ihre Gesundheit

Konkret machen den Kindern vor allem schlechter werdende Luft (83 Prozent), verschwindende Wälder (80 Prozent), immer weniger Lebensraum für Tiere (79 Prozent), häufigere Naturkatastrophen (77 Prozent), kein sauberes Wasser (76 Prozent) oder immer heißere Sommer (71 Prozent) Angst. Mehr als zwei Drittel befürchten, dass sich die Folgen negativ auf ihre eigene Gesundheit auswirken.

Mehr Natur für unsere Kinder

Die Umfrage belegt auch die Sehnsucht von jungen Menschen nach mehr Natur in ihrem Umfeld. Jede bzw. jeder Zweite findet, dass es im öffentlichen Raum zu wenig Platz für sie gibt. In den Städten leidet demnach jedes fünfte Kind, weil es nicht genügend Grünflächen in der Umgebung gibt. 74 Prozent konstatieren, es gibt zu viele Autos und 71 Prozent wünschen sich mehr Grünflächen in der Umgebung. Ebenso viele wünschen sich mehr öffentliche Verkehrsmittel.

Kritik an Politik und Schule

Kritisch sehen viele Kinder und Jugendliche auch die Rolle der Politik. 80 Prozent finden, dass Politik und Wirtschaft den Klimaschutz nicht ernst genug nehmen. 62 Prozent finden, dass in der Schule zu wenig darüber gesprochen wird . SOS-Kinderdorf plädiert daher für "Umwelt-Peers" in den Klassen, die mit Gleichaltrigen über Klimaschutz reden und Projekte durchführen.