Jubiläen im Naturschutz

Zahlreiche Einrichtungen im Naturschutz feiern in diesen Monaten einen runden Geburtstag. Naturland NÖ gratuliert!

Alte Weide im Nationalpark Donau-Auen

Mit dem Nationalpark Donau-Auen feiert ein Aushängeschild des Naturschutzes im Naturland sein 25-jähriges Bestehen.

(18.03.2021/ MF) Mit dem Nationalpark Donau-Auen feiert ein Aushängeschild des Naturschutzes im Naturland Niederösterreich sein 25-jähriges Bestehen. Einen Grund zum Feiern haben auch das WWF-Auen-Reservat Marchegg, der Naturpark Leiser Berge, der Verband der Naturparke Österreichs und die Ramsar-Konvention.

Nationalpark Donau-Auen

Neben dem Nationalpark Thayatal bewahrt der Nationalpark Donau-Auen die letzten natürlichen Flusslebensräume in Österreich. Von den insgesamt mehr als 9.600 ha Fläche sind 65 Prozent Auwald, 20 Prozent Wasser und 15 Prozent Wiesen und Heißländen. Zahlreiche Wasser-Lebensräume wie Altarme und Tümpel, Flachufer und steile Uferkanten, aber auch die freie Fließstrecke der Donau bieten für Wirbellose und rund 60 Fischarten ideale Bedingungen. 30 Säugetier- und 100 Brutvogelarten, 8 Reptilien- und 13 Amphibienarten sowie mehr als 800 Arten höherer Pflanzen leben im Nationalpark.

Erste Überlegungen gab es schon 1973

Ein erster Schritt war 1978 die Erklärung der Lobau zum Naturschutzgebiet. 1983 wurden die Donau-March-Thaya-Auen und die Untere Lobau als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention eingestuft. Es sollte aber noch bis zum 27. Oktober 1996 dauern, bis der Vertrag zwischen dem Bund sowie Wien und Niederösterreich unterzeichnet und damit der Nationalpark Donau-Auen 1997 offiziell eröffnet wurde.

Konikpferde im Auen-Reservat Marchegg

Ein Beweidungsprojekt mit Konikpferden ist Teil der nachhaltigen Bewirtschaftung des Auen-Reservates in Marchegg.

Auen-Reservat Marchegg

Das rund 1.100 ha große Naturschutzgebiet liegt im Überschwemmungsbereich der March und besteht seit 1970. Damals haben WWF und Gemeinde Marchegg die Fläche gekauft. Neben naturnahen Auwäldern prägen artenreiche Wiesen und Augewässer das Gebiet. Die größte Attraktion ist jedoch die einzigartige Weißstorchkolonie auf alten Eichen. Die Kolonie umfasst bis zu 50 Horste. Die Störche nutzen zur Nahrungssuche auch die ausgedehnten Wiesen jenseits des Flusses auf slowakischer Seite. Der WWF bewirtschaftet das Gebiet als Modellbetrieb für nachhaltige Forst- und Landwirtschaft. Horstschutzzonen und Naturwaldreservate bilden Kernzonen, wo die Natur sich selbst überlassen bleibt. Mit über 100 Brutvogelarten zählen die Auen bei Marchegg zu den artenreichsten in ganz Europa.

Kind im Naturpark Leiser Berge

Seit 50 Jahren ist der Naturpark Leiser Berge eines der beliebtesten Ausflugsziele im Weinviertel.

Naturpark Leiser Berge

Im gleichen Jahr wie das Auen-Reservat wurde der Naturpark Leiser Berge gegründet. Auf über 4.000 ha kann man sich hier auf die Spuren vergangener Kulturen begeben. Der Naturpark im Herzen des Weinviertels liegt in einer uralten Kulturlandschaft, die seit der Jungsteinzeit bewirtschaftet wird. Wälder und Trockenrasen bieten hier zahlreichen Tieren und Pflanzen ideale Lebensräume. Unter den zahlreichen Angeboten und Ausflugszielen ragen die Aussichtswarte Oberleis, das Schatzgräberlager am Buschberg, der Wildpark Ernstbrunn mit dem Wolfsforschungszentrum und das MAMUZ in Schloss Asparn an der Zaya heraus.

Verband der Naturparke Österreichs

Das Prädikat "Naturpark" für besonders schöne Natur- und Kulturlandschaften wird seit über 50 Jahren vergeben. Seit der Gründung des Verbands der Naturparke Österreichs vor 25 Jahren arbeiten die unterschiedlichen Naturparke in Österreich unter einer gemeinsamen Dachorganisation zusammen. Von den 47 Naturparken Österreichs liegen 20 in Niederösterreich. Gemeinsam haben sie eine Fläche von rund 500.000 ha und sind somit größer als das Burgenland.

Ramsar-Konvention

Im Februar jährte sich schließlich die Unterzeichnung der Ramsar-Konvention zum 50. Mal. 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar diese Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten beschlossen. Quellen, Sümpfe, Nasswiesen, Bachläufe und Moore leisten zahlreiche ökologische Aufgaben. Sie sichern unser Grundwasser, dienen dem Hochwasserschutz und tragen als Kohlenstoff-Speicher zum Klimaschutz bei. In Niederösterreich haben die Donau-March-Auen und die Waldviertler Teich- Moor- und Flusslandschaft Ramsar-Status.