Jetzt ans Winterquartier für Insekten denken

Kaum eine Tiergruppe hat so viele Strategien, um den Winter zu überleben, wie die Insekten.

c-shahedul-islam-hossainy-auf-pixabay

Die Strategien von Insekten, über den Winter zu kommen, sind sehr unterschiedlich.

(05.09.2021/ MF) Viele verkriechen sich in ein kuscheliges Versteck, manche ziehen weg, einige schützen sich vor dem Frost. Ein insektenfreundlicher Garten hilft den Krabbeltieren beim Überleben. Der nahende Herbst ist die beste Zeit, um im Garten Insektenquartiere für die kalte Jahreszeit anzulegen.

Bin dann mal weg im Süden

Flugtüchtige Insekten wie Schmetterlinge wechseln vor dem Winter ähnlich manchen Vögeln in wärmere Gefilde. Den heimischen Admiral etwa zieht es über die Alpen nach Südeuropa. Als Saisonwanderer der 1. Ordnung vermehrt er sich an seinem Winteraufenthaltsort. Somit kehrt oft erst die folgende Generation wieder zurück ins Naturland. Ähnlich hält es das zu den Schwärmern gehörende Taubenschwänzchen, das im Sommer oft im Schwirrflug vor Blüten zu beobachten ist. Im Frühjahr kehren dann die im Süden geschlüpften Exemplare in Massen zurück. Der Distelfalter fliegt sogar bis nach Afrika. Bei ihrem Flug orientieren sich die Tiere am Erdmagnetfeld, an der Sonne und an Landmarken wie Bergen und Küsten.

c-jggrz-auf-pixabay

Der Zitronenfalter überwintert als erwachsenes Tier und fliegt im Frühjahr als einer der ersten Schmetterlinge.

Eingefroren auf den Frühling warten

Schmetterlinge wie der Zitronenfalter, der Kleine Fuchs und das Tagpfauenauge, aber auch der Marienkäfer, die Florfliege und die Winterlibelle überwintern als erwachsenes Tier. Gut getarnt verharren sie vollgestopft mit Reserven in einer Winterstarre im Gras, an Bäumen sowie in Höhlen oder auch Gebäuden. Eine dem Glycerin ähnliche Substanz in der Körperflüssigkeit der Tiere verhindert, dass sie gefrieren. Im Frühling sind sie mit dieser Strategie die ersten, die sich fortpflanzen können und so ihren Nachkommen einen Startvorteil verschaffen. Zitronenfalter sin daher oft schon im Februar zu sehen. Es gibt aber auch Insekten, die im Winter aktiv sind. Dunkle Flecken im Schnee entpuppen sich im Wald oft als Ansammlungen von Schneeflöhen. Diese zu den Springschwänzen gehörenden Insekten leben im Sommer im Boden und gehen im Winter auf Wanderschaft zu neuen Lebensräumen.

c-thomas-h

Bei der Gestaltung von Insektenhotels ist der Fantasie fast keine Grenze gesetzt.

Überwintern als Ei, Larve oder Puppe

Am häufigsten überdauern unsere Insekten in einer Jugendform, also als Ei, Larve oder Puppe. Die jungen Königinnen von staatenbildenden Wespen und Hummeln verkriechen sich im Herbst in lockerer Erde oder unter einer Laubschicht. Alleinlebende Wildbienen überdauern meist in Puppenform in dürren Brombeerranken oder hohlen Stängeln. Dazu brauchen die Tiere geschützte, frostfreie Stellen, die ohne großen Aufwand im eigenen Garten anzulegen sind. Falllaub, Reisighaufen oder Altholz bieten dafür ideale Bedingungen. Lassen Sie daher genügend Material über den Winter liegen. Aber auch in der warmen Jahreszeit werden diese Verstecke von den unterschiedlichsten Tiergruppen genutzt. So suchen sich Igel, Eidechsen oder Vögel hier gerne ein Plätzchen und ziehen ihre Jungen auf. Übrigens werden auch leere Schneckenhäuser von Wildbienen gerne als Unterschlupf angenommen.

Mit dem neuen Artenposter und dem Bestimmungsfächer lassen sich die heimischen Schmetterlinge leicht bestimmen. Beides gibt es ab sofort in unserem Online-Shop.