Invasion der Aliens

Neophyten werden in vielen Gemeinden immer mehr zum Problem. Mehr Bewusstsein ist der erste Schritt gegen die weitere Ausbreitung.

Sonnenhut

Schön anzusehen, aber gefährlich für die heimische Artenvielfalt. Der Sonnenhut stammt ursprünglich aus Nordamerika.

Invasive Neophyten verändern heimische Ökosysteme, können das Erosionsrisiko entlang von Flüssen erhöhen und wirtschaftliche Schäden in der Forstwirtschaft verursachen, indem sie die Naturverjüngung behindern.

Neueinwanderer verdrängen heimische Arten

Problematisch ist der Einfluss der Neueinwanderer vor allem in naturnahen Lebensräumen wie Auwäldern, flussbegleitenden Hochstaudenfluren, Pionierstandorten und in pannonischen Wäldern. Viele Neophyten verdängen die heimischen Arten und machen ihnen den Lebensraum streitig. Die Bekämpfung invasiver Arten beschränkt sich derzeit auf besonders seltene und gefährdete Lebensraumtypen.

Viele beliebte Gartenpflanzen sind nicht heimisch

Entlang des Donauradwegs erfreut sich das Auge an bunt blühenden Wiesenflächen entlang der Dammkrone. Solche Böschungen sind wertvolle Ersatzlebensräume für artenreiche Halbtrockenrasen, die in der intensiv genutzten Agrarlandschaft nahezu verschwunden sind. Auffällig ist eine in weiten Bereichen dominierende gelbblühende Asteraceae. Der Raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta) ist eigentlich eine beliebte Gartenpflanze und verwildert gerne in Bracheflächen und auf Wegböschungen. Ursprünglich stammt die Art aus Nordamerika und wird bei uns häufig in Gartenmärkten angeboten.

Gesundheitliche Auswirkungen

Zwei ebenfalls weit verbreitete neophytische Pflanzenarten lösen gesundheitliche Probleme durch Allergien und Hautreaktionen aus. Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) und der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) können für Betroffene sehr unangenehm sein. Beide Arten breiten sich zudem in Österreich in den letzten Jahren deutlich aus.

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Engagierte Freiwillige widmen sich wie hier im Naturpark Ötscher-Tormäuer der Bekämpfung von Neophyten.

Gemeinden aktiv bei der Neophytenbekämpfung

Vielen Gemeinden ist das Problem bewusst. Entscheidend für Erfolg und Scheitern von Bekämpfungsmaßnahmen sind der Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Gemeinden. In Lanzenkirchen etwa brachte das Mähen von Springkraut nach drei Jahren einen ersten Erfolg. Heuer war kein Springkraut mehr zu sehen und die heimischen Pflanzen können sich wieder ausbreiten. Das Projekt zeigt, dass mit wenig Aufwand und ohne Chemie Erfolge erzielt werden können.

Pilotprojekt im Helenental

Die Wienerwaldgemeinde Alland nimmt an einem Pilotprojekt zur Bekämpfung des Staudenknöterichs im Helenental entlang der Schwechat teil. Dieser Neophyt verdrängt in kürzester Zeit die einheimische Vegetation und verändert dadurch nachhaltig die Lebensräume der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Um das allgemeine Bewusstsein zu erhöhen, organisiert der Biosphärenpark Wienerwald seit zwei Jahren Freiwilligeneinsätze. Unter fachlicher Anleitung werden die unerwünschten Pflanzen händisch von der Uferböschung entfernt.