Hotspot der Wildbienen-Vielfalt

Die NÖ Gemeinde Drösing überlässt seltenen Wildbienenarten eine Gemeindefläche als Lebensraum und fördert so die Artenvielfalt.

Wildbienen in Drösing

Eine erste gemeinsame Begehung der Fläche am Liliensee bei Drösing, die für seltene Wildbienen-Arten optimiert werden soll.

Die Fläche in Drösing im Weinviertel wird in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Wien so umgestaltet, dass sie den Bedürfnissen der Arten entspricht und ihre Ansiedlung begünstigt.

Naturland NÖ ist reich an Wildbienen

Von den 696 in Österreich nachgewiesenen Wildbienen-Arten kommen 606 in Niederösterreich vor. Viele Wildbienen bevorzugen trockene, warme Standorte. Der Osten Niederösterreichs beherbergt daher mit seinen pannonischen Elementen eine ausgesprochen hohe Vielfalt an Arten.

Zwei verschollene Arten sind wieder aufgetaucht

Im Zuge eines 2019 abgeschlossenen Forschungsprojekts des NHM Wien wurden im Naturschutzgebiet „In den Sandbergen“ in Drösing gleich zwei außergewöhnliche Arten entdeckt. Die Kleine Filzfurchenbiene (Halictus tectus) galt seit Jahrzehnten als verschollen und die Steppen-Harzbiene (Icteranthidium laterale) war davor nur durch einen einzigen Fund in Österreich bekannt.

Drösing tut etwas für die Artenvielfalt

Die seltenen Funde weckten auch das Interesse der Gemeinde Drösing. Sie erklärte sich bereit, eine Gemeindefläche zur Verfügung zu stellen, um diesen Arten eine Ausweitung des Areals zu ermöglichen. Auf diese Weise wird Insekten Lebensraum zurückgegeben. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen des Naturhistorischen Museums in Wien wird in den kommenden zwei Jahren eine Fläche für die Bedürfnisse von seltenen Wildbienenarten optimiert.

Die Steppenharzbiene wurde 2019 bei Drösing nachgewiesen. Sie war davor nur durch einen einzigen Fund in Österreich bekannt.

Nistplätze und Blütenangebot sollen die Bienen anlocken

In einem ersten Schritt wurde bereits ein geeigneter Standort am Liliensee bei Drösing ausgewählt. Dort werden nun zusätzliche Nistplätze in Form einer Lehmwand, freigelegter Sandbereiche und einer Totholz-Stelle geschaffen. Das Ausbringen regionaler Pflanzensamen soll das Blütenangebot an die Bedürfnisse von Wildbienen anpassen.

Information für die BürgerInnen

Ein besonderes Anliegen des Projekts ist auch die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, die durch Informationstafeln über die Besonderheit des Standorts und der vorkommenden Wildbienen-Fauna informiert und zur naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens angeregt werden.

Ein Projekt gegen den Artenschwund

Das Projekt stellt ein Gegenstück zum voranschreitenden Verlust von Lebensraum dar. Tag für Tag gehen in Österreich wertvolle Flächen durch Versiegelung und Intensivierung der Landnutzung für die Natur verloren. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch die Initiative „Give Bees A Chance“ der ARCOTEL Hotels. Verzichten Hotelgäste, die mehr als eine Nacht bleiben, auf die Reinigung ihrer Zimmer, fließt ein Beitrag in den Spendentopf der Hotels zur Unterstützung lokaler Initiativen, die sich für den Schutz und die Erhaltung von Bienen engagieren.