Hecken mit Mehrwert

Mehrnutzungshecken dienen der Anpassung an den Klimawandel, vermindern Erosion und erhöhen Biodiversität und regionale Wertschöpfung.

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Mehrnutzungshecken dienen nicht nur als Windschutz. Sie erhöhen die Wertschöpfung, verbessern das Kleinklima und sind gut für die Artenvielfalt.

(05.09.2021/ MF) Hecken sind selten geworden. Die landschaftsprägenden Elemente fallen häufig der Ausräumung unserer Kulturlandschaft zum Opfer. Bio Forschung Austria und Agrarbezirksbehörde wirken dem entgegen.

Boden, Wasser und Artenvielfalt profitieren

Mehrnutzungshecken bieten mehr als nur Windschutz. Sie sind Standort für Wildobst, Nussbäume, Färberpflanzen, Edelhölzer oder raschwachsende Gehölze oder Gräser, die zur Energieerzeugung genutzt werden können. Durch ihre Multifunktionalität schaffen sie zusätzliche Wertschöpfung. Sie schützen vor allem aber auch den Boden, fördern die Artenvielfalt und sind in der Agrarlandschaft daher eine wichtige Maßnahme der Klimawandelanpassung.

Verbesserung des Kleinklimas und weniger Erosion

Hecken vermindern die Windgeschwindigkeit bis zu einer Entfernung vom 25-fachen der Heckenhöhe auf der windabgewandten Seite und bis zum 5-fachen auf der windzugewandten Seite. Damit schützen sie den Boden vor Winderosion und haben eine positive Wirkung auf das Kleinklima. Durch die geringere Verdunstung verbessern sie die lokale Wasserbilanz.

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Wildobst fühlt sich in Hecken wohl und kann zu regionalen Köstlichkeiten verarbeitet werden.

Förderung der Biodiversität

Hecken bieten zahlreichen Tieren einen Lebensraum. Insekten, Reptilien, Vögeln und Säugetieren dienen sie als Nahrungsquelle, Versteck und Aufzuchtsort für ihre Nachkommen. Diese Faktoren wirken sich positiv auf den landwirtschaftlichen Ertrag der von Hecken geschützten Felder aus. Über bis zu 10 Prozent mehr Ernte können sich Landwirte freuen.

Regionale Köstlichkeiten als Nutzen für den Betrieb

Wildobst, Beeren und Nüssen aus einer Mehrnutzungshecke können zur Herstellung von regionalen Spezialitäten wie Marmeladen oder Edelbränden verwendet werden. Im Windschatten der Hecke entsteht eine Zone mit trockenem, warmem Kleinklima, das optimal für viele Heil- und Gewürzkräuter ist. Möglich ist auch die Anlage einer Hecke mit Bäumen oder Sträuchern, die mit Pilzmyzel beimpft sind, um Trüffel und andere Speisepilze zu züchten. Natürlich kann auch das Holz energetisch genutzt werden.

Hecken binden so viel Kohlenstoff wie der Wald

Hecken dienen aber auch dem Klimaschutz. So binden sie im langjährigen Mittel nur geringfügig weniger Kohlenstoff wie Wälder. Durch die Einlagerung in der Biomasse und als Humus im Boden eliminieren sie die Klimagase. Eine neu gepflanzte Hecke mit 720 Metern Länge kompensiert die Treibhausgase, die ein Mensch in zehn Jahren abgibt. In einem Rechenbeispiel rechnen die StudienautorInnen vor, dass eine Gemeinde mit 5.000 Einwohnern den mit dem Milchkonsum verbundenen Ausstoß von 10 Jahren mit der Anlage von sechs Hektar Hecken ausgleichen könnte.

Bestellmöglichkeiten für die Hecke mit regionalen Pflanzen gibt es am Heckentag. Er bietet die besten Gehölze für Blütenzauber, Fruchtgenuss und buntes Herbstlaub.