Grundwasser wird wärmer

Eine Studie aus Bayern belegt steigende Temperaturen im Boden und im Grundwasser durch den Klimawandel.

Höhlenflohkrebs Niphargus ictus

Der Höhlenflohkrebs Niphargus ictus lebt im Grundwasser und ist an Temperaturschwankungen nicht angepasst.

(14.12.2020/ MF) Nicht nur die Luft und die Gewässer werden wärmer, auch im Boden macht sich der Klimawandel bemerkbar. Nach einer Studie in Bayern hat sich das Grundwasser deutlich erwärmt. In 20 Metern Tiefe ist das Wasser im Durchschnitt fast ein Grad wärmer als vor 30 Jahren.

Dramatische Folgen für Tiere und Pflanzen

Das Grundwasser ist ein Spiegelbild der mittleren Jahrestemperatur der Luft. Es gibt eine gewisse Zeitverzögerung, aber die Temperaturerhöhungen sind vergleichbar. Schon jetzt zeigen sich teilweise dramatische Folgen der Erwärmung auf Tiere und Pflanzen, aber auch auf den Wasserhaushalt. Die weltweit größte Auswirkung ist das Schmelzen von Gletschern und das Auftauen der Permafrostböden.

0,9 Grad wärmeres Wasser

Im Durchschnitt ist das Grundwasser im Freistaat der Studie zufolge in einer Tiefe von 20 Metern fast 0,9 Grad wärmer als noch in den 1990er-Jahren. In einer Tiefe von 60 Metern lag die Erwärmung bei etwa 0,3 Grad. In der gleichen Zeit stieg die durchschnittliche Lufttemperatur um 1,05 Grad Celsius. Die Folgen dieser Erwärmung sind derzeit noch schwer abzuschätzen. Eine höhere Wassertemperatur hat etwa Auswirkungen auf das Wachstum von Mikroorganismen im Grundwasser. Sie setzt aber auch unterirdische Ökosysteme unter Druck, die an sehr konstante Temperaturen angepasst sind. In Niederösterreich konnte diese Entwicklung bislang noch nicht nachgewiesen werden.