Gefährdet die Trockenheit unser Wasser?

Leere Brunnen, ausgetrocknete Bäche und Flüsse, Waldbrandgefahr. Das heurige Frühjahr war extrem trocken.

Feld

In Niederösterreich liegen die Regenmengen um 15 bis 30 Prozent unter dem Normalwert.

Seit 2017 gibt es in Niederösterreich, aber auch in anderen Regionen im Norden, Osten und Süden Österreichs ein Niederschlagsdefizit. 15 bis 30 Prozent fehlen auf den Normalwert. Die Folgen sind weitreichend. Sie betreffen die Land- und Forstwirtschaft ebenso wie die Trinkwasserversorgung, sie haben aber auch Auswirkungen auf den ökologischen Zustand unserer Gewässer.

Ruf nach Bewässerung wird lauter

Der Wassermangel hat gravierende Auswirkungen auf die Produktion von Lebensmitteln. Die Trockenheit lässt die Ernteerträge zurückgehen und bringt die landwirtschaftlichen Betriebe in Bedrängnis. Dazu kommt, dass die warmen, trockenen Perioden das Auftreten von Schädlingen begünstigen. Probleme mit dem Borkenkäfer in unseren Wäldern hängen unmittelbar damit zusammen. Mit einem neuen Kompetenzzentrum für Bewässerung soll in Niederösterreich die Beratung der Bäuerinnen und Bauern ausgebaut und die Forschung in diesem Sektor gefördert werden. Projekte im Ausmaß von 56 Millionen Euro sind in den nächsten drei Jahren geplant.

Wasserversorger stoßen an ihre Grenzen

Österreich ist aufgrund seiner geographischen Lage und den geologischen Bedingungen in der glücklichen Situation, ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Dennoch bringt die Trockenheit die Wasserversorger in manchen Gebieten an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch wenn in Summe die gleiche Menge an Regen auf die Erde fällt, ist dieser anders verteilt als wir das in der Vergangenheit gewöhnt waren.

Wasserwerk

Die Wasservesrsorger werden durch die anhaltende Trockenheit vor neue Herausforderungen gestellt.

Umdenken ist notwendig

Die geänderten Rahmenbedingungen erfordern von den Wasserversorgern eine vorausschauende Planung, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Die Erschließung neuer Wasservorkommen und die überregionale Verteilung in Gebiete, die wenig Grundwasser haben, sind ein Teil dieser Strategie. Von jedem Einzelnen verlangen sie eine Änderung liebgewordener Verhaltensmuster. Regional kann es daher in der Zukunft zu Beschränkungen bei Poolfüllungen und bei der Gartenbewässerung kommen, damit der Haushaltsbedarf auch bei längeren Trockenperioden gesichert ist.

Ausgetrocknete Gewässer heizen das Klima an

Bäche, Flüsse und Seen führen nur sehr gering Wasser oder trocknen ganz aus. Das hat auf die ökologische Qualität der Gewässer und auf die Artenvielfalt in diesen hochsensiblen Lebensräumen einen unmittelbaren Effekt. Bisher unterschätzt wurde aber auch die Auswirkung auf das Klima. Denn ausgerechnet die trockenen Flüsse sorgen dafür, dass noch mehr CO2-Emissionen in die Atmosphäre gelangen und die Klimaerwärmung weiter verstärken. Dieses Phänomen wurde bisher kaum beachtet.