Friedliche Drachen

Der Bestand der Europäischen Sumpfschildkröte hat sich erfreulich erholt. In den Donau-Auen leben 2.000 Exemplare.

Sumpfschildkroete

Der Bestand der Europäischen Sumpfschildkröte hat sich im Nationalpark Donau-Auen auf rund 2.000 Exemplare erholt.

Emys orbicularis, Nicht-Zoologen besser als Europäische Sumpfschildkröte bekannt, ist ein Beispiel für erfolgreichen Artenschutz in Niederösterreich. Das vom Nationalpark Donau-Auen in Zusammenarbeit mit dem Tiergarten Schönbrunn durchgeführte Projekt zeigt Wirkung.

Bestand hält bei 2.000 Exemplaren

Der Bestand hat sich seit dem Projektstart von damals nur etwa 400 Individuen dank der intensiven Schutzbemühungen auf über 2.000 Individuen aller Altersklassen gesteigert. Die Sumpfschildkröte ist stark gefährdet und besitzt in Mitteleuropa kaum noch fortpflanzungsfähige Populationen. Hauptgrund ist der Lebensraumverlust, da diese Reptilien natürliche Augewässer brauchen. Das letzte intakte Vorkommen Österreichs lebt im Nationalpark Donau-Auen und wird wissenschaftlich begleitet.

Schutz der Nester ist vorrangig

Wesentlicher Bestandteil des Programms ist der Nestschutz. Die Schildkröten legen im Frühsommer ihre Eier auf trockenen Wiesen und am Marchfeldschutzdamm in Gelegehöhlen ab. Die Nester werden im Rahmen des Projektes mit Metallgittern vor Fressfeinden wie Füchsen oder Mardern bedeckt. Der ungehinderte Schlupf der Jungtiere ist dadurch natürlich nicht behindert. Seit dem Projektstart konnten so mehr als 1.200 Gelege und rund 8.100 Jungtiere geschützt werden.

Leben am Wasser

Sumpfschildkröten können bis zu 80 Jahre alt werden. Sie ernähren sich von Schnecken, Insektenlarven und Krebsen. Die Tiere halten sich gerne in unmittelbarer Nähe von stehenden oder langsam fließenden Gewässern auf. Besonders gerne sonnen sie sich auf Baumstämmen im Wasser. Auf der Schlossinsel im Nationalpark-Zentrum schlossORTH können die ansonsten scheuen Tiere in einem Gehege in einer Gruppe mit verschiedenen Altersklassen beobachtet werden.