Forschungszentrum für Klimawandel startet

Der Naturpark Ötscher-Tormäuer entwickelt mit Partnern ein alpines Forschungszentrum in der Ötscher-Region.    

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Bei einer Startklausur wurde über die Zukunft des alpinen Forschungszentrums beraten.

(09.08.21/ MF) Der Naturpark startet mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sowie der Donau-Universität Krems ein richtungsweisendes Projekt zur Erforschung von Klimawandelfolgen und Biodiversität. Bei einer Startklausur in Gaming wurden erste Planungsschritte festgelegt. 

Hochwasser als Weckruf für Forschung

Die Idee zu diesem Forschungszentrum wurde im Zuge der Erstellung des Naturparkkonzeptes in einem intensiven Beteiligungsprozess entwickelt. Derzeit ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, die durch ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie unterstützt wird. Die letzten Hochwasserereignisse sind ein Weckruf, die Zusammenarbeit zwischen Klima- und Biodiversitätsforschung, Naturschutz, Raum- und Landschaftsplanung, regionaler Verwaltung und Zivilschutzorganisationen zu verstärken. Damit können Gefahrenpotenziale rechtzeitig erkannt und disziplinübergreifend bearbeitet werden.

Zentrale Bedeutung des Ötschers

Dem Ötscher kommt durch seine Randlage in den Alpen eine besondere Stellung im Übergangsbereich von mehreren Klimatypen zu. Das prädestiniert ihn als Forschungsraum für Fragestellungen zu Klimaänderungen und ihrer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Land- und Forstwirtschaft sowie die soziokulturellen Entwicklungen der Region. Messungen am Ötscher können in engem Austausch mit bestehenden Forschungseinrichtungen wie dem Wildnisgebiet Dürrenstein und dem Wassercluster in Lunz zu einer grundlegenden Verbesserung der Wetter- und Klimaforschung in Ostösterreichs beitragen. 

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Dem Ötscher kommt eine besondere Stellung im Übergangsbereich von mehreren Klimatypen zu.

Machbarkeit wird geprüft

In den nächsten Monaten wird sich der Naturpark mit seinen Partnern mit der Machbarkeitsstudie zum Forschungszentrum auseinandersetzen. Sie soll zeigen, wie das Zentrum am Ötscher und in Lackenhof etabliert werden kann, welche Szenarien Sinn machen und welche Umsetzungsschritte und Ressourcen dafür notwendig sind. Das Zentrum kann wichtige Beiträge zur Umsetzung des Alpinen Klimazielsystems 2050 und des Klimaaktionsplans 2.0 sowie für zukunftsorientierte Entwicklungen im ländlichen Raum leisten.

Klimawandel als Chance

Für Renate Rakwetz, Bürgermeisterin der Gemeinde Gaming und Obfrau des Vereins Naturpark Ötscher-Tormäuer, kann das Forschungszentrum eine Vorreiterrolle bei der Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels übernehmen und auch international zu einem Vorbild für klimafreundlichen Tourismus und gelungener Regionalentwicklung werden. Der Dekan der Donau-Universität Krems Univ-Prof. Dr. Gerald Steiner begrüßt transdisziplinäre Forschung direkt vor der Haustür. Für ihn können die Forschungen zeigen, dass der Klimawandel nicht nur Bedrohungsszenarien aufwirft, sondern auch Chancen für regionale Entwicklung und Biodiversitätsschutz bietet.